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Interview

„Die Menschen in Südostasien sind offener, herzlicher und freundlicher als die Deutschen“

© kenabroad.com

Der junge Norddeutsche Ken Döscher ist Reise-Vlogger und digitaler Nomade. Im Interview erzählt er unter anderem, welchen Reiz das Solo-Reisen hat, wie er sein Leben finanziert und wie er mit der Armut umgeht, auf die er manchmal trifft.

Du hast es zu deinem Ziel erklärt, ganz Südostasien zu bereisen. Wie kamst du auf diese Idee und was macht für dich den besonderen Reiz dieser Region aus?

Ken: Die Idee kam mir, nachdem ich eine längere Zeit in Thailand und in Malaysia verbracht habe. Beide Länder haben mir extrem gut gefallen und auch Vietnam gefiel mir bei einem Kurzbesuch sehr gut. Ich dachte mir also, dass ich auch alle anderen Länder dieser Region kennenlernen möchte. Der besondere Reiz an Südostasien ist für mich eine Mischung aus verschiedenen Aspekten. Die Menschen sind überall herzlich und freundlich, das Wetter ist immer warm und sonnig, die Kulturen sind faszinierend, das Essen ist super lecker und interessant und es gibt haufenweise traumhaft schöne Orte, Strände, Berge und noch vieles mehr. Insofern freue ich mich sehr darauf, in den kommenden Jahren mehr von Südostasien zu erkunden.

Wie finanzierst du deine Reisen?

INTERVIEW Ken Doescher7© kenabroad.comKen: Anfangs habe ich das Reisen durch Online-Jobs finanziert. Ich habe beispielsweise Blogartikel oder Website-Texte für Kunden in Deutschland geschrieben oder Unternehmen beim Managen ihrer Social-Media Kanäle unterstüzt. Diese Jobs konnte ich buchstäblich von jedem Ort der Welt aus erledigen. Alles, was ich brauchte, war mein Laptop und eine Internetverbindung. Mittlerweile ist mein Reisen aber zu 100 Prozent durch meinen YouTube-Kanal und die Einnahmequellen, die ich darum herum aufgebaut habe, finanziert (zum Beispiel meine eigenen Ebooks oder Sponsorings).

Wenn sich jemand meine Videos anschaut, wird Werbung von YouTube eingeblendet. Daran verdiene ich einen kleinen Betrag mit. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mittlerweile in der Lage bin, mir das alles dadurch finanzieren zu können, aber es steckt auch enorm viel Arbeit dahinter. Ich bin definitiv nicht dauerhaft im Urlaub und habe eigentlich immer eine Arbeitswoche weit über 40 Stunden.

Was schätzt du an den Menschen in Südostasien?

Ken: Ich würde sagen, die Menschen in Südostasien unterscheiden sich schon sehr von den Deutschen. Die Leute dort sind offener, herzlicher und freundlicher meiner Meinung nach. Genau das ist auch ein Grund, wieso ich diese Region so mag.

„Uns Travel-/Reise-Youtuber vereint, dass wir diese Faszination fürs Reisen haben.“

Gibt es eigentlich den typischen Reiseblogger beziehungweise die typische Reisebloggerin beziehungsweise konntest du gewisse Parallelen zwischen den Menschen ausmachen, die ähnlich wie du als digital nomads in Südostasien unterwegs sind? 

Ken: Ich habe in den vergangenen Jahren viele andere Travel-/Reise-YouTuber kennengelernt, die das gleiche machen wie ich: Vollzeit reisen und dabei YouTube-Videos produzieren. Ich denke uns alle vereint, dass wir diese Faszination vom Reisen haben und offen sind für andere Kulturen, neues Essen probieren und über die Länder, die wir bereisen, lernen. Zudem sind wir alle super positive Menschen. Wenn man Vollzeit am Reisen ist, gehen auch viele Dinge schief, nicht jeder Tag ist ein perfekter Reisetag. Man muss lernen damit umzugehen und die Dinge positiv zu sehen, sich nicht runterziehen zu lassen.

Welches südostasiatische Land gefällt dir am meisten und warum? 

Ken: Ich sehe mich langfristig in Thailand, insbesondere in Bangkok. Die Stadt ist einfach meine absolute Lieblingsstadt auf der Welt. Es gibt immer was zu erleben dort, es wird nie langweilig und es gibt nichts, was es nicht gibt in Bangkok. Was die Menschen in verschiedenen Ländern Südostasiens verbindet, ist diese herzliche Freundlichkeit, von der ich eben schon sprach. Die Menschen sind einfach immer positiv und man wird überall mit einem Lächeln begrüßt - und das nicht nur vom Kellner im Hotel.

Hast du schon mal brenzlige Situationen auf deiner Reise erlebt?

Ken: Etwas richtig Schlimmes ist mir bisher zum Glück noch nicht passiert. Aber es gab viele Situationen, in denen nicht alles nach Plan lief. Beispielsweise super starker Regen, während ich mit dem Motorbike unterwegs war, Busse die gebucht waren, aber nicht kamen, Geldautomaten die nicht funktioniert haben, Kreditkarten die plötzlich einfach nicht mehr gingen und so weiter. Ich versuche in solchen Situationen immer positiv zu bleiben und ruhig. Es gibt immer für alles eine Lösung. Man darf sich von so etwas nicht runterziehen und nicht den Tag verderben lassen. Für gesundheitliche Notfälle habe ich mich ja beim BDAE auslandskrankenversichert. Das gibt mir auch ein Stück weit Sicherheit.

Du wirst sicherlich auch mit Armut und Umweltverschmutzung konfrontiert werden. Was löst das bei dir aus und hast du für dich einen Weg gefunden, damit umzugehen?

INTERVIEW Ken Doescher 6© kenabroad.comKen: Ja das stimmt, damit wird man vor allem in ländlicheren Gegenden viel konfrontiert. Um ehrlich zu sein, ist das oft auch nicht so einfach auszuhalten. Insbesondere extreme Armut zu sehen, ist nicht leicht. Ich erinnere mich zum Beispiel an vergangenes Jahr, als ich auf Phuket war, Thailands beliebtester Insel. Wegen der Corona-Pandemie waren dort seit Monaten quasi null Touristen zugegen – und die Insel lebt vom Tourismus. Er ist die wichtigste Einkommensquelle der Bewohner. Es war sehr traurig zu sehen, wie teilweise 90 Prozent der Shops, Restaurants et cetera geschlossen waren. Ich habe dann viel daran gedacht, dass hinter jedem geschlossenen Laden eine Geschichte steckt, eine Familie, die sich jetzt vielleicht ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen kann. Um ehrlich zu sein, war das schon sehr bedrückend. Was mich aber dann umso mehr überrascht hat, war, dass die Einheimischen trotzdem alle eine super positive Grundhaltung hatten und nicht den Glauben an eine bessere Zeit, die kommen wird, verloren haben.

„Ich liebe die Freiheit beim Solo-Reisen.“

Du bist im Grunde allein auf Reisen. Was sind die Vorteile und was die Nachteile, alleine zu reisen? Und wer macht eigentlich Fotos von dir?

Ken: Ich liebe die Freiheit beim Solo-Reisen. Ich kann jeden Tag tun und lassen, was ich möchte. Ich muss mich nach niemandem richten und kann meine eigenen Pläne machen und umsetzen. Normalerweise ist es auf Reisen auch nie schwer, neue Leute kennenzulernen, wenn man mal das Bedürfnis danach hat. Dafür bieten Partys, Bars oder Hostels gute Gelegenheiten. 

Natürlich hat das Alleinereisen auch Nachteile. Wenn man mal krank ist, oder Probleme hat muss man dies alles alleine lösen. Ich fühle mich aber nie wirklich alleine, da ich auch jeden Tag viel Kontakt via WhatsApp habe mit meinen Freunden und meiner Familie. Und Fotos von mir machen entweder Leute um mich herum, die ich frage, oder die Kamera im Selbstauslöse-Modus, montiert auf einem Tripod. Das klappt immer recht gut eigentlich. 

Wie lange planst du noch zu reisen und hast du schon einen Plan für die Zeit „danach“? Kannst du dir überhaupt vorstellen, dauerhaft zurück nach Deutschland zu kommen?

Ken: Aktuell kann ich mir eine Rückkehr nach Deutschland nicht vorstellen. Klar, mal für zwei bis drei Wochen Heimatbesuch oder Urlaub, aber nicht langfristig. Ich denke, ich werde die nächsten Jahre noch Vollzeit am Reisen sein und mich dann irgendwo niederlassen. Nach jetzigem Stand am liebsten in Bangkok. Vorstellbar wäre auch, dass ich dort zum Beispiel meine „Homebase“ habe und dann von dort aus kleinere Trips in andere Länder mache. 

INTERVIEW Ken Doescher 3© kenabroad.com

Über Ken Abroad

Ken Döscher ist ein Vollzeit-Reisender und digitaler Nomade, der aktuell vor allem in Südostasien unterwegs ist. Der 30-Jährige ist in der Nähe von Oldenburg aufgewachsen und hat einen Bachelor in Business Management sowie einen Master in Entrepreneurship. Seine Reiseerlebnisse dokumentiert er auf Youtube und Instagram.

Vor Kurzem hat er einen Reiseführer über Thailand als E-Book veröffentlicht.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Mai 2022 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

Das Journal erscheint monatlich kostenlos mit vielen informativen Beiträgen zu Auslandsthemen.

Herausgegeben wird es vom BDAE, dem Experten für die Absicherung im Ausland.

25 Jahre - Auslandsexperte BDAE

Seit 25 Jahren: Auslandsversicherungen vom Auslandsexperten

Ihren Ursprung hat die BDAE GRUPPE im Jahr 1995 mit der Gründung des Vereins Bund der Auslands-Erwerbstätigen (BDAE). Die Ziele, die wir mit dieser Institution verfolgten, haben sich bis heute nicht verändert. Noch immer bilden sie das Fundament der Unternehmensphilosophie, der wir stets treu bleiben: Wir wollen, dass Sie mit Sicherheit ins Ausland gehen.

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