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Neuseeland: Unternehmen müssen Klimawandel-Berichte vorlegen

© Joshua Daniels, AdobeStock

Die Regierung Neuseelands will den Kohlenstoff-Haushalt besser in den Griff bekommen und nimmt Unternehmen stärker in Sachen Nachhaltigkeit in die Pflicht.

Möglich werden soll das über ein neues Gesetz, das Firmen wie Banken und Versicherungen dazu zwingen soll, die Folgen des Klimawandels auf ihre geschäftlichen Aktivitäten in ihren Berichten darzulegen. Weltweit ist dies absolutes Neuland, wie die Initiatoren betonen.

„Wir können es einfach nicht schaffen, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, wenn der Finanzsektor nicht genau weiß, welche Konsequenzen seine Investitionen auf das Klima haben“, zitiert CNN den neuseeländischen Minister für Klimaveränderung, James Shaw. Doch genau das wolle man nun mit einer neuen Gesetzesvorlage ändern. „Mit diesem neuen Gesetz verankern wir die Klimarisiken stärker im Herzen der wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse“, so der Politiker.

Konkret geht es dabei darum, Unternehmen zu verpflichten, in ihren Berichten explizit anzuführen, wie sich der Klimawandel und seine Folgen auf das eigene Geschäft auswirken. Außerdem sollen die Firmen dann auch erklären, wie sie gedenken, mit klimabedingten Risiken umzugehen. „Wenn wir den Finanzsektor dazu bringen können, hilft das den Betrieben auch, jene ihrer Aktivitäten zu identifizieren, die eine Gefahr für ihre positive Entwicklung in der Zukunft darstellen könnten“, unterstreicht Shaw.

Klimawandel auch bei Banken ein Thema

Die Regierung hat in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Maßnahmen gesetzt, um die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Unter anderem hat sie sich selbst dem ambitionierten Ziel verschrieben, den kompletten öffentlichen Sektor bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu gestalten. Außerdem werden Regierungsbehörden und andere Institutionen seit neuestem dazu angehalten, nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge anzuschaffen.

Dass Unternehmen wie Banken dazu gebracht werden sollen, die Projekte, die sie finanzieren, stärker unter dem Gesichtspunkt der Klimaveränderung zu sehen, entspricht dem gegenwärtigen internationalen Trend. In den USA haben etwa Institute wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs oder die Bank of America angekündigt, ihre finanziellen Aktivitäten künftig besser mit den Pariser Klimazielen in Einklang zu bringen. Dazu gehört auch, die Investitionen im Bereich der fossilen Brennstoffe zurückzufahren.

Diese Länder sind die größten Klimasünder

China ist mit zehn Milliarden Tonnen der weltweit größte CO₂-Emittent. Gemessen an der Veränderung der Emissionen von 1990 bis 2018 hat Indien am stärksten zugelegt. In dieser Zeitspanne stieg der CO₂-Ausstoß des Landes um rund 330 Prozent – maßgeblich verursacht durch das gigantische Wirtschaftswachstum. Indien ist stark mit dem Kampf gegen die hohe Armut in weiten Teilen der Bevölkerung beschäftigt, Klimaschutz hat dort nicht oberste Priorität. In den USA hat unter anderem der Transportsektor zuletzt mehr CO₂ ausgestoßen, insbesondere die Emissionen durch Flugzeuge und Lkws legten zu.

Unter den in der Grafik gezeigten zehn Ländern mit den höchsten CO₂-Emissionen gibt es nur zwei Länder, deren Ausstoß, auf den 27-Jahresz-Zeitraum gerechnet, zurückgegangen ist: Deutschland und Russland. Bei Russland sind weniger Klimaschutz-Aktivitäten die Ursache als vielmehr der Zusammenbruch großer Teile der russischen Wirtschaft nach dem Ende des Kommunismus. In Deutschland ist der Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-Stromverbrauch deutlich gestiegen: von 3,4 Prozent im Jahr 1990 auf 36 Prozent im Jahr 2018. Der Anteil der Kohlestromerzeugung ist derzeit jedoch ähnlich hoch und bremst einen weiteren Emissions-Rückgang.

Pro Kopf gerechnet hat das Emirat Katar mit rund 31 Tonnen den höchsten Kohlendioxid-Ausstoß. Grund dafür ist vor allem die Gas-Industrie: Katar ist weltweit der größte Produzent von verflüssigtem Erdgas, eine Technologie mit hohem CO2-Ausstoß.

RECHTLICHES Klimasuender weltweit

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juni 2021 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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