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Früher Stress bei Kindern erhöht Risiko für Depression

Gesundheit
© fizkes, AdobeStock

Früher Stress bei Kindern erhöht Risiko für Depression

Personen, die frühen Stresserfahrungen (ELS) ausgesetzt waren, erkranken laut einer Meta-Analyse der University of British Columbia wahrscheinlicher bereits als Kinder oder Heranwachsende an einer Depression (Major Depressive Disorder, MDD). Die Untersuchung von acht verschiedenen ELS-Arten und dem frühen Auftreten von Depressionen hat ergeben, dass beispielsweise etwa Armut nicht mit einer MDD in Verbindung steht. Andere Formen von Stress, wie emotionaler Missbrauch, stehen jedoch in einem stärkeren Zusammenhang mit MDD.

Enges Zeitfenster für Eingreifen

Laut der Forschungsleiterin Joelle LeMoult haben Wissenschaftler bereits nachgewiesen, dass frühe Stresserfahrungen das Depressionsrisiko bei Erwachsenen erhöhen. „Wir wollten jedoch herausfinden, in welchem Ausmaß ein Zusammenhang mit Depressionen früher im Leben, vor allem während der Kindheit und der Pubertät, besteht.“ Ein früheres Einsetzen einer Depression bedeute häufig ein wiederholtes Auftreten während des ganzen Lebens. „Wir haben herausgefunden, dass eine frühe Stressbelastung die Wahrscheinlichkeit einer früh einsetzenden Depression mehr als verdoppelt.“

Diese Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass es nur ein enges Zeitfenster zwischen den negativen Erfahrungen und dem Auftreten einer Depression gibt, in dem die Möglichkeit eines Eingreifens besteht. Diese Studienergebnisse basieren auf der Meta-Analyse der Daten von 62 Fachartikeln und mehr als 44.000 Teilnehmern. Studien, die frühe Stresserfahrungen und das Vorhandensein oder das Fehlen von MDD vor dem 18. Lebensjahr erforschten, wurden ebenfalls berücksichtigt. Im Vergleich zu Jugendlichen, die ELS nicht ausgesetzt waren, erkrankten Betroffene mehr als 2,5 mal so oft an MDD.

Verschiedene Arten von Stress

Die Forscher führten acht zusätzliche Meta-Analysen durch, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Arten von ELS und der Diagnose einer Depression während der Kindheit oder der Pubertät zu untersuchen. Sexueller Missbrauch, körperlicher Missbrauch, der Tod eines Familienmitglieds, häusliche Gewalt und emotionaler Missbrauch standen mit einem deutlich höheren Risiko einer in der Jugend auftretenden Depression in Verbindung. Im Gegensatz dazu konnte ein derartiger Zusammenhang bei Armut, Krankheit oder Verletzung und einer Naturkatastrophe nicht festgestellt werden. Verschiedene Variablen milderten den Zusammenhang zwischen ELS und in der Jugendzeit einsetzenden Depressionen.

Studien, die auf Interviews basierten oder über ein größeres Sample verfügten, ergaben einen stärkeren Zusammenhang zwischen ELS und Depressionen. Insgesamt belegen die im „Journal of the American Academy of Child an Adolescent Psychiatry“ veröffentlichten Forschungsergebnisse, dass es bei den negativen Auswirkungen von ALS auf das Risiko früher Depressionen Unterschiede gibt.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe August 2020 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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