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© Alexey Pavluts, AdobeStock

Fünf skurrile Fakten über Postkarten

Schon seit über 150 Jahren versenden Menschen Postkarten – am meisten aus dem Auslandsurlaub, um ihre Freunde und Angehörigen an der Reise teilhaben zu lassen. Augenblicklich dürften die Menschen weltweit kaum noch Postkarten erreichen, aber die Renaissance wird sicher kommen. Oft schon war sie totgeglaubt, aber Studien zeigen, dass dieses Kommunikationsmittel bei weitem noch nicht ausgedient hat – trotz WhatsApp und co..

Die Postkarten-App Postando hat fünf skurrile Fakten über den Postversand zusammengestellt.

1. Eine Operette für die Postkarte

Philatelisten, das heißt Liebhaber von Briefmarken und sonstigen postalischen Belegen, scheinen seit eh und je auch etwas für die Musik übrig zu haben. So komponierte der bekannte Berliner Operetten-Komponist Paul Lincke im Jahr 1898, als das Postkartensammeln sehr beliebt war, zu ehren dieses Hobbys den „Marsch der Ansichtskartensammler“.

Und einige Jahrzehnte später, im Jahr 1973, wurde in Bhutan ein Weg gefunden, Musik und Philatelie zu verbinden: mit Briefmarken, die auf einen Plattenspieler gelegt werden konnten und dann die Nationalhymne Bhutans abspielten.

2. Immer wieder um die Welt:

2019 machte eine Ansichtskarte als wohl kurioseste Postkarte Sachsens Schlagzeilen. Vom Aussehen her unterscheidet sie sich nicht großartig von den Postkarten ihrer Zeit aus den 1970ern. Was sie aber besonders macht, ist ihr ungewöhnlich langer Postweg: Nach sage und schreibe 47 Jahren kam sie endlich an – allerdings wieder bei der Absenderin!

Im Sommer 1972 schickte die inzwischen über 90-jährige Christa Lehmann einer befreundeten Familie Urlaubsgrüße auf einer Postkarte aus dem Sommerurlaub in der Tschechoslowakei. Die kam jedoch niemals an und geriet dann auch schon bald in Vergessenheit. Nach einem Zeitungsaufruf konnte die nicht zugestellte Karte schließlich zugeordnet werden, und da die Empfänger schon verstorben waren, hält nun wieder Christa Lehmann die Karte in der Hand, die sie vor fast 50 Jahren geschrieben hatte.

3. Sieben Millionen Euro für eine Briefmarke

2014 erwarb ein anonymer Käufer bei einer Auktion in New York die Briefmarke „British Guiana 1c magenta“ für 9,5 Millionen Dollar (etwa sieben Millionen Euro). Somit ist die Marke das teuerste Postzeichen der Welt. Die acht Quadratzentimeter große „One-Cent-Guyana“ hat eine interessante Geschichte vorzuweisen. Nachdem im Jahr 1856 der Postmeister der britischen Kronkolonie Guyana in der örtlichen Druckerei provisorische Briefmarken herstellen ließ und diese selbst unterschrieb, da die bestellten Postwertzeichen aus dem Mutterland nicht ankamen, fand 20 Jahre später ein 12-jähriger Schüler das einzig bis heute entdeckte Exemplar dieser Marken.

Über einige Verkaufswege landete sie schließlich in Europa, wo sie unter anderem von Frankreich als Kriegsreparation nach dem Ersten Weltkrieg beschlagnahmt und in einer Auktion von einem Käufer erworben wurde, der den damaligen britischen König Georg V., der ebenfalls interessiert an dem Wertstück war, überbot. Schließlich erwarb im Jahr 1980 der US-amerikanische Forscher und Milliardär John Du Pont die Marke für 935.000 US-Dollar. Allerdings wurde Du Pont 1997 wegen tödlicher Schüsse auf einen Olympia-Ringer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und verstarb auch dort im Jahre 2010.

Die kleine berühmte Marke hat ein Segelschiff als Bildmotiv und genoss schon in Hollywoodfilmen und Büchern einen Auftritt. So geht es zum Beispiel in der 1973 erschienenen Episode „The stamp of death“ (zu Deutsch: „Ein teures Stück Papier“) der TV-Serie „Die Straßen von San Francisco“ um die Briefmarke. Auch Donald Duck ist in Carl Barks’ Comic „The Gilded Man“ (zu Deutsch: „Jagd nach der Roten Magenta“) von 1952 auf der Suche nach ihr, um sie für 50.000 Taler an einen Sammler zu verkaufen.

4. Schokoladiger Postversand aus Belgien

Schokolade ist aus Belgiens kulinarischer Landschaft gar nicht mehr wegzudenken. 2013 wurde die nationale Spezialität gleich 500.000-fach geehrt. So viele Briefmarken wurden nämlich in Umlauf gebracht, die alle einen raffinierten Clou aufwiesen: Sie rochen und schmeckten nach Schokolade.

5. Versand mittels Raketenpost

Bereits als kleiner Junge träumte der österreichische Forscher Friedrich Schmiedl davon, Post mit der Rakete zu versenden. Am 2. Februar 1931 zündete er dann schließlich auf dem nördlich von Graz befindlichen Schöckl erfolgreich die erste Postrakete. Die ferngesteuerte Rakete erreichte mit 102 Briefen das Dorf St. Radegund, das circa fünf Kilometer vom Startpunkt entfernt lag, und landete mithilfe eines Fallschirms.

Schmiedl transportierte noch einige weitere Male erfolgreich Postsendungen auf diese Art. Zudem war er bekennender Briefmarkenliebhaber und gab eigene Sammelobjekte, wie zum Beispiel Briefmarken mit Sondermotiven und „Raketenpostkarten“, heraus. Allerdings ließ die österreichische Post per Verordnung die Ausgabe von privaten Wertzeichen untersagen, wodurch Schmiedl eine wesentliche Einnahmequelle verlor.

Zwar hat sich die Raketenpost nie durchgesetzt, aber Schmiedls Ambitionen und Visionen werden in den Kreisen der Grazer Philatelisten immer noch hoch in Ehren gehalten.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juni 2020 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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