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WHO-Bericht: Immer mehr Jugendliche weltweit haben psychische Probleme

Das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen im Alter von elf, 13 und 15 Jahren hat sich in vielen Ländern zwischen 2014 und 2018 verschlechtert. Das hat ein aktueller Bericht der Weltgesundheitsorganisation über das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen in 45 Ländern gezeigt.

Demnach berichtet eine zunehmende Zahl von Jungen und Mädchen in allen Teilen der Europäischen Region über psychische Probleme – etwa in Form von Niedergeschlagenheit, Nervosität oder Reizbarkeit.

Mädchen stärker gefährdet als Jungen

Der Bericht mit dem Titel „Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen im Fokus“ zeigt, dass das psychische Wohlbefinden von Kindern sich verschlechtert, wenn sie älter werden. Dabei weisen Mädchen im Vergleich zu Jungen ein besonders großes Risiko auf, im Hinblick auf ihr psychisches Wohlbefinden schlecht abzuschneiden. Jeder vierte Jugendliche gibt an, mindestens einmal pro Woche mit Nervosität, Reizbarkeit oder Einschlafstörungen zu kämpfen zu haben.

Der Bericht macht deutlich, dass in Bezug auf das psychische Wohlbefinden zwischen den Ländern erhebliche Unterschiede bestehen. Dies zeigt, dass kulturelle, politische und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle bei der Förderung des psychischen Wohlbefindens spielen können.

Dem Bericht zufolge werden Jugendliche in etwa einem Drittel der Länder im Vergleich zu 2014 zunehmend durch Schularbeiten belastet und immer weniger junge Menschen gehen gerne zur Schule. In den meisten Ländern verschlechtern sich die schulischen Erfahrungen mit dem Alter: die Schulzufriedenheit und die von den Jugendlichen wahrgenommene Unterstützung durch Lehrer und Klassenkameraden sinkt mit der zunehmenden Belastung durch Schularbeiten.

Jeder zehnte Jugendliche Opfer von Cybermobbing

Die Studie untersucht neben dem sich verändernden Bild des psychischen Wohlbefindens bei Jugendlichen in der Region auch die zunehmende Verwendung digitaler Technologien durch die Jugend. Diese Technologien können zweifelsohne positive Effekte haben, doch sie können auch zur Verschärfung von Anfälligkeiten beitragen und neue Bedrohungen verursachen. Hierzu zählt etwa Cyber-Mobbing, durch das insbesondere Mädchen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Mehr als jeder zehnte Jugendliche gibt an, mindestens einmal in den vergangenen zwei Monaten Opfer von Cyber-Mobbing gewesen zu sein.

Risikobereitschaft, Ernährung und Bewegungsmangel weiterhin zentrale Herausforderungen

Der Bericht beschreibt die Ergebnisse der alle vier Jahre durchgeführten HBSC-Studie aus Ländern der Europäischen Region und Kanada. Zu den weiteren zentralen Erkenntnissen dieser jüngsten Studie zählen folgende:

Riskantes Sexualverhalten gibt nach wie vor Anlass zur Sorge: Jeder vierte sexuell aktive Jugendliche hat ungeschützten Geschlechtsverkehr. Jeder vierte Junge (24 Prozent) und jedes siebte Mädchen (14 Prozent) im Alter von 15 Jahren ist eigenen Angaben zufolge sexuell aktiv.

Alkohol- und Tabakkonsum gehen unter Jugendlichen zwar nach wie vor zurück: Aber die Zahl der gegenwärtigen Alkohol- und Tabakkonsumenten ist unter 15-Jährigen noch immer hoch, wobei Alkohol weiterhin die am häufigsten konsumierte Substanz darstellt. Jeder fünfte 15-Jährige (20 Prozent) war in seinem beziehungsweise ihrem bisherigen Leben bereits mindestens zweimal betrunken und bei nahezu jedem Siebten (15 Prozent) Jugendlichen diesen Alters war dies in den vergangenen 30 Tagen der Fall.

Weniger als einer von fünf Jugendlichen erfüllt die Empfehlungen der WHO für körperliche Betätigung: Seit 2014 sind die Zahlen in etwa einem Drittel der Länder insbesondere unter Jungen zurückgegangen. Besonders Mädchen und ältere Jugendliche verzeichnen einen zunehmenden Bewegungsmangel.

Die meisten Jugendlichen halten sich nicht an die aktuellen Ernährungsempfehlungen und gefährden damit ihre gesunde Entwicklung: Etwa zwei Drittel der Jugendlichen verzehren nicht genügend nährstoffreiche Nahrungsmittel und jeder Vierte isst täglich Süßigkeiten, während jeder Sechste täglich zuckerhaltige Getränke konsumiert.

Die Zahl der übergewichtigen beziehungsweise adipösen Jugendlichen ist seit 2014 gestiegen: Mittlerweile ist jeder fünfte Jugendliche betroffen, wobei die Zahlen bei Jungen und jüngeren Jugendlichen höher sind. Gleichzeitig nimmt sich jeder vierte Jugendliche selbst als zu dick wahr, insbesondere Mädchen.

GESUNDHEIT cover who studie 

Über die WHO-Gesundheitsstudie zu Jugendlichen

Die HBSC-Studie verfolgt seit über 35 Jahren die Erfahrungen junger Menschen und ist ein wichtiges Instrument, um die erzielten Fortschritte im Hinblick auf eine Vielzahl von gesundheitlichen und sozialen Indikatoren zu identifizieren und Problembereiche hervorzuheben, die möglicherweise aufeinander abgestimmte Handlungskonzepte und praktische Interventionen erforderlich machen.

Die HBSC-Daten werden auf nationaler, regionsweiter und internationaler Ebene genutzt, um neue Erkenntnisse über Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen zu gewinnen, die sozialen Determinanten von Gesundheit besser zu verstehen und die Gestaltung von Politik und Praxis zur Verbesserung des Lebens junger Menschen in allen Teilen der Europäischen Region und Kanada zu inspirieren.

Das Internationale Koordinationszentrum der HBSC-Studie ist an der Universität Glasgow (Vereinigtes Königreich) angesiedelt. Weitere Informationen zur Studie und den teilnehmenden Ländern finden Interessierte hier.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juni 2020 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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