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„Fake Meat“ ist in China beliebt

China entwickelt sich sowohl bei der Produktion als auch beim Verzehr zum Vorreiter von „Fake Meat“, der fleischlosen Alternativnahrung auf Pflanzenbasis. Laut Analysten von Fitch Solutions unter Verweis auf Daten des Good Food Institute hat das Volumen des Marktes für das "Fake Meat" im Reich der Mitte 2018 einen Rekordwert von 910 Millionen Dollar (rund 832 Millionen Euro) erreicht. Das ist ein Anstieg um 14,2 Prozent gegenüber 2017 und übertrifft sogar die USA, die es im selben Zeitraum "nur" auf 684 Millionen Dollar gebracht haben.

Lange Tradition von Alternativen

"Was das Thema Fleischkonsum in China angeht, erleben wir im Moment eine sehr spannende Zeit", erklärt Martin Mandl, Universitätsassistent am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien, im Gespräch mit pressetext. Denn bis vor Kurzem habe es sich der Großteil der Bevölkerung gar nicht leisten können, Fleisch zu essen. "Fleischkonsum kann auch heute noch als Statussymbol für Wohlstand angesehen werden", schildert der Experte.

Gleichzeitig habe allerdings auch der Anbau und Verzehr von Fleischalternativen wie Tofu oder Seitan – einem Lebensmittel aus Weizeneiweiß mit fleischähnlicher Konsistenz – eine lange Tradition, die unter anderem auch auf den Buddhismus zurückzuführen ist. "Gerade in den Tempelküchen werden schon seit mehr als 1.000 Jahren Fleischalternativen angeboten", betont Mandl. Dass Fake Meat in China derart boomt, liege aber auch an der größer werdenden Mittelschicht. "Diese erkennt zunehmend die Problematik, die mit Fleischkonsum einhergeht und versteht etwa Vegetarismus oder Veganismus als modisches Statement", so der Wissenschaftler.

Afrikanische Schweinepest als Faktor

Auch im Bericht von Fitch Solutions wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die chinesische Küche schon aus Rücksicht auf die eigene Tradition sehr stark auf fleischlose Kost setzt. Als wesentlicher Faktor für die steigende Nachfrage nach Fake Meat wird aber auch der jüngste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest ausgemacht, dem laut Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen rund 1,17 Millionen Tiere in China zum Opfer gefallen sein sollen.

"Das hat zu einem Lieferengpass und stark ansteigenden Preisen geführt. Die chinesische Regierung möchte aber keine Unruhen in der Bevölkerung riskieren und könnte daher verstärkt versuchen, brauchbare Alternativen zu finden, um die Abhängigkeit von Schweinefleisch zu reduzieren. Produkte wie Tofu sind hier ein gangbarer Weg", ist Mandl überzeugt.

Quelle: pressetext.com

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Januar 2020 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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