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© kritchanut, AdobeStock

Fliegen bei Krankheit setzt Ohren unter Druck

Im Flugzeug haben die Ohren durch den wechselnden Kabinendruck einiges zu tun. Fliegen mit Erkältung kann problematisch sein. Das Universitätsklinikum Erlangen erklärt, welche Tricks es gibt, wenn der körpereigene Druckausgleich nicht mehr klappt, wann man lieber am Boden bleiben sollte, ob Kinderohren besonders empfindlich sind und welche Regeln für Taucher gelten.

Es drückt beim Abheben und es drückt bei der Landung. Wer fliegt, kennt das dumpfe Gefühl auf dem Trommelfell. Prof. Dr. Joachim Hornung, leitender Oberarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie erklärt, dass während des Starts und beim Steigflug der Kabinendruck im Flugzeug abnimmt. Im Verhältnis dazu herrscht im Mittelohr dann zu viel Druck. Beim Landeanflug ist es genau umgekehrt. Hauptakteur bei diesem Hin und Her ist das Trommelfell. Aufgrund des wechselnden Drucks wölbt es sich nach innen oder außen. „Meist ist uns schon durch Schlucken oder Gähnen geholfen. Dann nämlich strömt Luft über das Gaumensegel und die Ohrtrompete ins Mittelohr und das Trommelfell wird entlastet“, beschreibt der HNO-Arzt den natürlichen Prozess. Klappt der Ausgleich nicht auf Anhieb, hilft noch das sogenannte Valsalva-Manöver: Nase zuhalten und bei geschlossenem Mund versuchen, durch die Nase auszuatmen.

SOS-Trick Nasenspray

Wer nun erkältet ist, muss vor dem Fliegen aufmerksam sein. Laut Hornung sollte eigentlich nicht fliegen, wem der Druckausgleich nicht gelingt. Im schlimmsten Fall kann es zu geplatzten Äderchen im Ohr kommen, zu bleibenden Hörschäden und bei Vorbelastungen sogar zum Reißen des Trommelfells. Ein kleiner Notfalltrick ist das Nasenspray: Es lässt die Schleimhäute der Nase abschwellen und kann den Druckausgleich für kurze Zeit wieder ermöglichen. Es sollte vor dem Fliegen geprüft werden, ob das klappt. Hilft auch das nicht, rät der Arzt vom Fliegen ab. Wenn doch, dann rät er, das Spray jeweils eine Stunde vor Start und Landung zu verwenden. Wer sich nicht sicher ist und vor dem Abflug noch etwas Zeit hat, bespricht sich am besten mit seinem HNO-Arzt.

Im Flugzeug mit den Kleinen

Kinder sind übrigens nicht anfälliger für den Ohrendruck im Flugzeug als Erwachsene. Aufgrund ihrer sich noch entwickelnden Anatomie fällt ihnen allerdings der Druckausgleich manchmal schwerer. Mit Trinken oder Bonbonlutschen kann der natürliche Öffnungsmechanismus der Ohrtrompete aber gut angeregt werden. Kinder, die häufiger Probleme mit ihren Ohren haben, sollten vor einer Reise von einem HNO-Arzt durchgecheckt werden.

Besondere Vorsicht beim Tauchen

Soll es im Urlaub nicht nur in die Lüfte, sondern auch in die Tiefe gehen, gilt besondere Vorsicht. Prof. Hornung mahnt, wer vor dem Tauchgang keinen Druckausgleich machen kann, der darf nicht tauchen – auch nicht mit Nasenspray. Er warnt weiter, dass es sonst unter Umständen sogar tödlich ausgehen könnte. Und wer zuvor noch nie getaucht ist, muss sich im Vorfeld von seinem HNO-Arzt untersuchen lassen, um mögliche Beeinträchtigungen abzuklären

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe November 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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