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© MichaelJBerlin, AdobeStock

Hässliche Souvenirs: Wundinfekt mit Urlaubskeimen

Bagatellverletzungen auf Fernreisen sollte man ernst nehmen: Durch Schürfwunden oder Insektenstiche eindringende Keime können besonders bei tropischem Klima rasant verlaufende Infektionen auslösen. Zu den unangenehmen, teils gefährlichen Urlaubserfahrungen zählt die Bekanntschaft mit Krankheitserregern wie Staphylokokkus, Streptokokkus, Wasserkeimen und co.. Nicht, dass man mit Bakterien nicht auch zu Hause in Kontakt käme. Laut der Klinik für Dermatologie am Klinikum Nürnberg handelt es sich in anderen Regionen der Erde meist um Subtypen oder -spezies dieser Keime, die im Kontakt mit Europäern eine andere Reaktion des Immunsystems hervorrufen. Dazu kommt, dass in manchen, vor allem asiatischen Ländern durch den Einsatz von Antibiotika in Landwirtschaft und Viehzucht dramatische Resistenzentwicklungen bis hin zu superresistenten Keimen zu beobachten sind.

Kleinste Verletzungen reichen schon

Lagern Keime prinzipiell auch auf gesunder Urlauber Haut, ohne dass dadurch Krankheitssymptome entstehen würden, so reichen kleinste Verletzungen, dem Übel seinen Weg zu bahnen. Eitrige Hautentzündungen (Pyodermien), Wundrosen, Furunkel, Abszesse – Fernreisende mit solchen „Souvenirs“ kommen besonders zwischen Mai und Oktober mehrmals pro Monat in die Klinik.

Wird die schützende Hautbarriere durchbrochen, beispielsweise durch Insektenstiche oder Schürfverletzungen, verlaufen bakterielle Hautinfektionen mit Erregern, mit denen unser Immunsystem keine Erfahrungen hat, zudem im subtropischen Klima viel schneller. Und gute medizinische Versorgung ist nicht unbedingt erreichbar.

Daher sollte man Bagatellverletzungen auf Reisen nie unterschätzen. Was zu Hause kein Pflaster wert wäre, bedarf im Urlaub einiger Sorgfalt und einer vernünftigen Reiseapotheke: Desinfektionsmittel, eine antibiotische Salbe, Verbandsmaterial und Pflaster gehören in jedem Fall hinein. Wer zudem Hygienestandards einhält, auch kleine Blessuren ernst nimmt, desinfiziert, abpflastert und regelmäßig kontrolliert, kann hässlichen und schmerzenden Mitbringseln vorbeugen.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe November 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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