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Realistische Ziele im Leben fördern die Zufriedenheit

Wer sich im Leben realistische Ziele setzt, kann später auf ein höheres Wohlbefinden und mehr Zufriedenheit hoffen. Wichtig ist dabei, ob die eigenen Lebensziele als erreichbar wahrgenommen werden und was sie einem bedeuten, wie Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel in einer Studie mit über 970 Befragten berichten.

Wohlstand, Gemeinschaft, Gesundheit, sinnvolle Arbeit: Lebensziele gehören zum Ausdruck einer Persönlichkeit, denn sie bestimmen das Verhalten und den Kompass, von dem sich ein Mensch leiten lässt. Erreichte Ziele, so nimmt man ebenso an, können maßgeblich dazu beitragen, wie zufrieden der Einzelne im Leben ist – oder wie unzufrieden, wenn wichtige Ziele nicht erreicht werden konnten.

Die Schweizer Forschenden verwendeten die Daten von 973 in der deutschen Schweiz lebenden Personen zwischen 18 und 92 Jahren; über die Hälfte wurde nach zwei und vier Jahren erneut befragt. Die Probanden sollten die Wichtigkeit und die wahrgenommene Erreichbarkeit von Lebenszielen in zehn Bereichen zu bewerten: Gesundheit, Gemeinschaft, persönliches Wachstum, soziale Beziehungen, Ruhm, Image, Reichtum, Familie, Verantwortung/Fürsorge für kommende Generationen sowie Arbeit.

Lebensziele mit Vorhersagekraft

Eines der Resultate: Wenn jemand seine persönlichen Ziele als realisierbar wahrnimmt, ist dies ein Indikator für späteres kognitives und affektives Wohlbefinden. Menschen sind nämlich dann zufrieden, wenn sie ein Gefühl von Kontrolle und Erreichbarkeit erleben. Wie wichtig für sie ursprünglich das jeweilige Ziel war, ist dabei weniger entscheidend.

Lebensziele tragen damit auch eine Art Vorhersagekraft in sich: Wer sich Ziele punkto sozialer Beziehungen oder Gesundheit gesetzt hatte, war später auch zufriedener mit seinen Freundschaften oder mit der eigenen Gesundheit. Dieser Zusammenhang zwischen den Lebenszielen und dem späteren Befinden trat relativ unabhängig vom Alter der Befragten auf.

Jüngere wollen Status, Ältere soziales Engagement

Die Ziele in einer Lebensphase sind allerdings von den jeweiligen Entwicklungsaufgaben abhängig: Je jünger die Befragten, desto wichtiger schienen ihnen Ziele wie persönliches Wachstum, Status, Arbeit und gute soziale Beziehungen. Und je älter sie waren, desto bedeutender waren für sie soziales Engagement und Gesundheit.

Die Lebensziele werden zwar stark durch das Alter bestimmt. „Wenn es aber darum geht, ob diese Ziele zufrieden machen, so ist das Alter weniger entscheidend“, sagt Psychologin Erstautorin und Doktorandin Janina Bühler von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Erwachsene Menschen, ob alt oder jung, sind in der Lage, die Wichtigkeit und die Erreichbarkeit ihrer Ziele aufeinander abzustimmen.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juni 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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