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Mit Wellenreiten Depressionen bekämpfen

Gute Nachrichten für Wassersportliebhaber und Sonnenanbeter: Wellenreiten kann tatsächlich gegen Depressionen helfen. Demnach kann Surfen erfolgreich zur Linderung von psychischen Erkrankungen, wie Burnout, Depressionen oder Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) beitragen. Das hat eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK ergeben.

Jährlich leiden zehn Prozent der Deutschen an Depressionen. Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2018 gehören psychische Leiden mittlerweile zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen. Demnach wird nach neuen und kostengünstigen Behandlungsmethoden gesucht.

Surf-Therapie als Behandlungsmethode gewinnt an Bedeutung

Im Jahr 2011 konnten Forscher erstmals aufdecken, dass Surfer unter signifikant weniger Symptomen von Angstzuständen und Depressionen leiden als die allgemeine Bevölkerung. Die Ergebnisse sorgten für Aufmerksamkeit unter Ärzten und Psychologen. Das Wellenreiten wurde fortan näher als mögliche Therapieform untersucht.

So prüfte eine Studie aus dem Jahr 2014 die Wirkung von Wellenreiten auf US-Veteranen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Untersuchung zeigte, dass nach mehrwöchigen und regelmäßigen Surf-Einheiten die Krankheitssymptome bei den Veteranen deutlich geringer ausfielen. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2017 konnte aufzeigen, dass schon 30 Minuten Wellenreiten ausreichen, um die Stimmung von Menschen erheblich zu verbessern.

Laut des Surf-Magazins Beyondsurfing.com fördern Krankenhäuser und medizinische Zentren beispielsweise in Ländern wie Australien bereits jetzt Surfcamp-Erlebnisse, um Patienten mit psychischen Erkrankungen bei der Genesung zu unterstützen. Die Studien zeigen ohne Zweifel, dass Surfen den Menschen hilft, besser mit Ihren depressiven Symptomen umzugehen. Ob Wellenreiten auch in Deutschland bald als Therapiemaßnahme bewilligt wird, ist derzeit noch ungewiss.

Die US-Navy gab vor kurzem bekannt, derzeit eine Million Dollar (rund 880.000 Euro) in die weitere Erforschung von Wellenreiten als Therapiemaßnahme zu investieren. Auch in Großbritannien wird aktuell untersucht, ob Surfen schon bald als eigene Behandlungsmethode staatlich anerkannt und subventioniert werden sollte. Doch es muss nicht immer gleich der Griff zum Surfbrett sein.

Strand und Meer generell gesundheitsfördernd

Laut einer Studie der BMC Psychiatry reicht bereits ein Tag am Meer aus, um depressive Verstimmungen zu lindern. Verantwortlich dafür seien die negativen Ionen in der Meeresluft. In der Tat wurde die positive und gesundheitsfördernde Wirkung vom Ozean auf den menschlichen Körper bereits in unzähligen Studien nachgewiesen. Einige Erkenntnisse sind unter anderem, dass das Meerwasser das Immunsystem stärkt, das Magnesium im Meerwasser die Ausschüttung von Stresshormonen hemmt und eine beruhigende Wirkung auf den Körper hat. Auch verbessert Meeresluft die Atmung und hilft bei Asthma und anderen Atembeschwerden.

Die meisten Surfer sind sich einig: Wellenreiten verbindet das Beste aus meditativer Erfahrung und anspruchsvoller Fitnesseinheit. Ein paar Stunden Digital Detox und der intensive Kontakt mit der Natur machen Lust auf Meer. Ganz nebenbei verbrennt man beim Surfen auch noch über 240 Kalorien pro Stunde. Insofern verwundert es nicht, dass sich dieser Sport auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Mai 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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