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In Dänemark und Frankreich wird am häufigsten gestreikt

Weltweit
© Unsplash / Markus Winkler

In Dänemark und Frankreich wird am häufigsten gestreikt

Während in Frankreich pro Jahr durchschnittlich 123 Arbeitstage je 1.000 Arbeitnehmer verloren gingen, waren es in Deutschland sieben und in Japan 0,2 Tage. Zu den streikfreudigsten Ländern gehören neben Frankreich noch Dänemark mit 118, Kanada mit 87 und Belgien mit 79 Ausfalltagen. Allerdings liegen für Länder wie Italien und Griechenland, in denen traditionell oft gestreikt wird, keine Daten vor, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in einem OECD-Ländervergleich ermittelt hat.

Das untere Mittelfeld umfasst Länder mit 40 bis 59 Ausfalltagen. Hierzu zählen Spanien, Norwegen und Finnland. Zum oberen Mittelfeld gehören Irland, das Vereinigte Königreich, Portugal und Australien. In diesen Ländern fielen zwischen 14 und 32 Tage aus. Bemerkenswert: Die Liste der Länder, in denen wenig gestreikt wird, ist recht lang. Weniger als zehn Tage gingen in Neuseeland, den Niederlanden, Deutschland, den USA, Polen, Schweden, Ungarn, Österreich, der Schweiz sowie in Japan und in der Slowakei verloren.

Kaum Streiks in Japan und der Slowakei

In Japan und in der Slowakei ging es fast gänzlich konfliktfrei zu. Dass Deutschland in diesem Ranking gerade mal den neunten Platz belegt, hängt mit dem Ausnahmejahr 2015 zusammen. Damals summierten sich die Ausfalltage auf mehr als eine Million. Das entspricht 31 Streiktagen je 1.000 Arbeitnehmern. Einzelne Jahre, die deutlich vom langjährigen Trend abweichen, treten allerdings auch in anderen Ländern auf. So erlebte Belgien 2014 ein Streikrekordjahr mit 196 Ausfalltagen je 1.000 Arbeitnehmer, Norwegen 2010 eines mit 217 oder Dänemark 2013 eines mit 381 Ausfalltagen.

Dass die Unterschiede zwischen den Ländern so groß sind, hängt vor allem mit der historisch gewachsenen Streikkultur zusammen. Im Vergleich zu früheren Zeiträumen ist zwar in fast allen Ländern ein merklicher Rückgang der Ausfalltage zu beobachten. Gleichzeitig besteht aber eine große Pfadabhängigkeit: Länder, die wie Belgien, Dänemark, Frankreich, Kanada oder Spanien aktuell die meisten Ausfalltage zu verzeichnen haben, gehörten auch in den 2000er oder 1990er-Jahren zu den streikanfälligen Volkswirtschaften. So fielen in Kanada zwischen 2000 und 2009 pro Jahr durchschnittlich 150 und in Spanien 153 Arbeitstage durch Arbeitskämpfe aus.

In vielen Ländern politische Streiks üblich

Ein weiterer Erklärungsfaktor sind politische Streiks. Während die Ausfalltage durch tarifpolitische Konflikte tendenziell sinken, gab es seit 2008 vor allem in Ländern wie Griechenland, Frankreich, Belgien oder Spanien eine Renaissance des politischen Streiks. Da die Mobilisierung bei solchen Generalstreiks in der Regel sehr hoch ist, schlagen sie sich auch in der Streikbilanz spürbar nieder. In Ländern wie der Schweiz oder Japan, in denen politische Streiks unüblich – oder wie in Deutschland – gar verboten sind, fallen deutlich weniger Arbeitstage durch Arbeitskämpfe aus.

WELTWEIT durch arbeitskaempfe ausgefallene arbeitstage im laendervergleich n

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Januar 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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