Plastikmüll als Ressource: Wie IN MOCEAN lokale Lösungen schafft
Entstanden ist IN MOCEAN aus jahrelangen Segelreisen in Küstenregionen, in denen Plastikmüll allgegenwärtig ist, während funktionierende Entsorgungs- und Recyclingstrukturen fehlen. Die Motivation: nicht nur auf Missstände aufmerksam zu machen, sondern gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren konkrete, umsetzbare Lösungen zu entwickeln. Eine der Mitgründerinnen der Initiative ist Nike Steiger. Wir von der BDAE-Redaktion haben uns mit ihr ausgetauscht, um Einblicke in die Gründung, die Mission und Arbeitsweise von IN MOCEAN zu bekommen.
Persönlicher Ursprung – Die Geburtsstunde von IN MOCEAN
Die konkrete Idee zu IN MOCEAN entstand an einem Ort, der auf den ersten Blick wie ein Paradies wirkte: Maria und Nike ankerten mit ihren Segelbooten in den Western Cocos im Guna-Yala-Archipel. Weiße Strände, türkisfarbenes Wasser, umgeben von Korallenriffen – genau so, wie man sich das Seglerleben in seinen kühnsten Träumen vorstellt.
Beim genaueren Hinsehen zeigte sich jedoch eine andere Realität: Plastikmüll am Strand. Nicht vereinzelt, sondern in erschreckender Menge – Hunderte Plastikflaschen, einzelne Schuhe, Lebensmittelverpackungen. Gemeinsam sammelten sie den Müll rund um eine ganze Insel. Zurück blieb ein riesiger Haufen Plastik – und die Frage: Was tun damit? Mangels Alternativen wurde der Müll schließlich verbrannt. Eine Entscheidung, die sich falsch anfühlte. Am nächsten Tag brachte ein erneuter Rundgang um die Insel wieder zwei volle Taschen Plastikmüll hervor. Die Erfahrung war überwältigend und lähmend – und zugleich ein Wendepunkt.
In diesem Moment formte sich ein klarer Gedanke: Wir wollen etwas tun.
Nach ersten Recherchen stießen sie auf die Open-Source-Initiative Precious Plastic und begannen, mit Small-Scale-Recycling zu experimentieren, Maschinen zu bauen und Workshops durchzuführen. Drei Jahre später, nach dem Aufbau ihres ersten Recycling-Workspaces in Zusammenarbeit mit der costa-ricanischen Schildkrötenorganisation COPROT, wurde IN MOCEAN, als gemeinnützige UG, im Dezember 2021 offiziell gegründet.
Die Segelboote der Gründerinnnen vor Anker in den Las Perlas Inseln, Panama (SV Joana und SV Karl) © In Mocean
Mission hinter IN MOCEAN
IN MOCEAN hat eine klare Vision: Eine Welt mit gesunden Ozeanen und lebendigen Küsten, in der Plastik in geschlossenen Kreisläufen genutzt wird und nicht in der Umwelt landet. Aus dieser Vision leitet sich ihre Mission ab. So aktiviert IN MOCEAN Seglerinnen und Segler, lokale Gemeinschaften und Organisationen, um Verantwortung für Plastikmüll zu übernehmen – durch Wissensaustausch, praktische Werkzeuge und den Aufbau lokaler Recyclinglösungen. Ziel ist es, Menschen in die Lage zu versetzen, Plastik als Material zu verstehen und vor Ort sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Zentrales Kernproblem
In vielen Küstenregionen gibt es kaum oder keine funktionierenden Abfall- und Recyclingsysteme. Plastikmüll wird verbrannt, ins Meer gespült oder sammelt sich in der Natur an. Gleichzeitig fehlt oft das Wissen darüber, welche Kunststoffarten recycelbar sind und wie sie sicher verarbeitet werden können. Hinzu kommt: Es gibt zahlreiche Organisationen, Initiativen und engagierte Einzelpersonen, die regelmäßig Müll sammeln – an Stränden, in Mangroven oder entlang der Küste. Nach dem Sammeln stehen sie jedoch vor der gleichen Frage: Was jetzt? Ohne lokale Recyclingstrukturen bleibt der Müll oft zwischengelagert, wird verbrannt oder landet am Ende doch wieder in der Umwelt.
Maria und Nike mit gesammeltem Plastikmüll vom Strand © In Mocean
Obwohl vielerorts Interesse besteht, mit Recycling zu beginnen, ist die Einstiegshürde häufig hoch. Es fehlt an Know-how, geeigneten Werkzeugen, Erfahrung und der Sicherheit, wie ein sinnvoller erster Schritt aussehen kann. IN MOCEAN setzt genau hier an: Die Initiative hilft dabei, diesen ersten Schritt zu gehen – mit niedrigschwelligen, praxisnahen Ansätzen, die an lokale Gegebenheiten angepasst sind und langfristig tragfähige Lösungen ermöglichen.
Umsetzung konkreter Maßnahmen
- Regelmäßige Clean-ups und Trash Audits: Durchführung von Sammelaktionen und einfache Analysen der Abfallzusammensetzung, um Problemquellen sichtbar zu machen und Workshops inhaltlich darauf aufzubauen.
- Bildungsworkshops für Schulen und Gemeinden: Vermittlung von Grundlagen zu Plastik, Recycling und Kreislaufdenken mit dem Ziel, Bewusstsein für das Potenzial von Plastik als Material zu schaffen und zu zeigen, dass auch kleine Schritte Veränderung bewirken können – insbesondere, um junge Generationen zu motivieren, selbst aktiv zu werden.
- Workshops mit lokalen Organisationen im Meeresschutz: Aufbau von praktischem Wissen für den Einstieg ins Recycling: Abbau von Einstiegshürden, Einführung in notwendige Schritte und Werkzeuge, Grundlagen zu Produktideen, Marketing und Vertrieb.
- Datenbank lokaler Partner entlang gängiger Segelrouten (im Aufbau): Sammlung von Kontakten zu Organisationen, Schulen und Initiativen, die an Workshops interessiert sind. So wissen Flottenmitglieder, wo Bedarf besteht und wo sie vor Ort aktiv werden können.
- Aufbau einer Karte für Segler*innen (im Aufbau): Übersicht über Orte entlang von Segelrouten, an denen Müll verantwortungsvoll entsorgt werden kann, sowie Möglichkeiten zur Teilnahme an Clean-ups, Recycling- oder anderen Meeresschutzaktivitäten. Ziel ist es, lokalen Initiativen mehr Sichtbarkeit zu geben und es Seglerinnen und Seglern zu erleichtern, sich unterwegs einzubringen.
- Guide und Seminare für Langzeitsegler*innen (im Aufbau): Praxisnahe Inhalte zu Müllvermeidung, verantwortungsvoller Entsorgung unterwegs und zum Umgang mit Abfall in Regionen ohne funktionierende Infrastruktur.
Wie lokale Recycling-Workspaces aufgebaut und betrieben werden
Der Aufbau lokaler Recycling-Workspaces erfolgt immer in enger Zusammenarbeit mit einer lokal ansässigen Organisation oder Initiative. IN MOCEAN unterstützt beim Einstieg und beim Aufbau und begleitet die Projekte anschließend langfristig als Ansprechpartner – etwa bei technischen Fragen, Weiterentwicklung oder neuen Herausforderungen. Der laufende Betrieb liegt vollständig in den Händen der Menschen vor Ort und wird als eigenständiges Business oder als lokale Organisation umgesetzt.
Die Unterstützung durch IN MOCEAN ist modular aufgebaut und richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen des Partners. Mögliche Leistungen sind:
- Erstberatung zur Ausrichtung, Zielsetzung, Budgetplanung und realistischen Umsetzung
- Unterstützung beim Fundraising für Maschinen, Werkzeuge oder Infrastruktur
- Aufbau der grundlegenden Infrastruktur (Wasch- und Sortierstationen, Lager, Maschinenbereiche, Produktlager)
- Reparatur oder Anpassung bestehender Maschinen
- Unterstützung bei der Etablierung von Prozessen (Rollenverteilung, Abläufe, Entlohnungs- und Motivationsmodelle)
- Training der Mitarbeitenden entlang des gesamten Prozesses: Sammeln, Sortieren, Waschen, Shreddern, Produktentwicklung und Verkauf
- Unterstützung beim Aufbau erster Vertriebsstrukturen
- Ganzheitliche Betrachtung des Abfallproblems, inklusive der Frage, wie nicht verwertbarer Müll sinnvoll weiterbehandelt werden kann
Welche dieser Leistungen umgesetzt werden – und ob sie vor Ort oder remote stattfinden – hängt vom konkreten Bedarf des Partners sowie von der Verfügbarkeit der Flottenmitglieder ab.
Flottenmitglied Sonja zeigt Sally in The Gambia, wie sie aus gesammelten Flaschendeckel Ohrringe machen kann. © In Mocean
Aus den Erfahrungen beim Aufbau mehrerer Recycling-Workspaces hat IN MOCEAN den eigenen Ansatz weiterentwickelt: Statt von Beginn an komplexe Strukturen aufzubauen, startet die Zusammenarbeit heute häufig mit dem Aufbau einer Schmuckwerkstatt. Dieser niedrigschwellige Einstieg ermöglicht schnelle Lernerfolge und erste Einkommensmöglichkeiten. Anschließend wird gemeinsam geprüft, ob und welche weiteren Recyclingstrukturen langfristig sinnvoll ergänzt werden können.
Workshops, Schulungen oder Community-Events
Workshops, Schulungen und Community-Events sind ein zentraler Bestandteil der Arbeit von IN MOCEAN. Immer wieder zeigt sich, dass gerade in diesen Formaten entscheidende Aha-Momente entstehen. Viele Teilnehmende gehen zunächst davon aus, dass Plastikrecycling extrem komplex ist – was auf industrieller Ebene auch zutrifft. Im kleinen, lokalen Maßstab wird jedoch schnell deutlich, dass Recycling mit einfachen Mitteln umsetzbar ist. Dieser Perspektivwechsel ist oft der erste wichtige Schritt.
Besonders prägend sind die kleinen, unerwarteten Momente: Wenn ein Kind vorschlägt, bei fehlendem Material einfach noch einmal an den Strand zu gehen, um neues Plastik zu sammeln. Oder wenn beim Blick auf die fertigen Produkte deutlich wird, dass sich aus recyceltem Plastik nicht nur Objekte herstellen lassen, sondern auch reale Einkommensmöglichkeiten entstehen können. In diesen Momenten beginnen Augen zu leuchten – und neue Denkprozesse setzen ein.
Maria bei einem Workshop mit Kindern auf der Isla del Rey in den Las Perlas Inseln, Panama. © In Mocean
Für viele Teilnehmende ist ein Workshop der erste bewusste Kontakt mit dem Thema Plastikrecycling. Durch das eigene Tun wird ein abstraktes Umweltproblem greifbar, machbar und spannend. Die Transformation von Abfall zu einem neuen Produkt fasziniert – ebenso wie der gesamte Prozess dahinter.
Auch wenn aus einem Workshop nicht unmittelbar ein Recycling-Workspace entsteht, wird ein entscheidender Kern der Arbeit erreicht: ein Umdenken. Plastik wird nicht länger ausschließlich als Müll wahrgenommen, sondern als Ressource mit Potenzial. Dieses veränderte Denken wirkt oft weit über den Workshop hinaus und bildet die Grundlage für langfristige Veränderungen.
Wissenstransfer und Ressourcenbereitstellung
Der Wissenstransfer bei IN MOCEAN setzt stark auf eigenes Erleben und praktisches Tun. In den Workshops wird der gesamte Recyclingprozess Schritt für Schritt gemeinsam durchlaufen und selbst erfahren – vom Sammeln des Plastiks über das Identifizieren der Kunststoffarten, das Shreddern bis hin zur Herstellung eines neuen Produkts. Lernen geschieht dabei nicht theoretisch, sondern durch unmittelbare Erfahrung. Je nach Altersgruppe werden unterschiedliche Formate eingesetzt:
- Jüngere Schulkinder rekapitulieren das Gelernte, indem sie den Recyclingprozess zeichnen. Diese Visualisierungen können anschließend im Klassenzimmer aufgehängt werden und dienen als langfristige Erinnerung und Gesprächsanstoß.
- Ab der 7. Klasse entwickeln Schülerinnen und Schüler im Workshop ein kleines Mini-Recycling-Projekt für ihre Schule, das sie am Ende vorstellen. So wird das Gelernte direkt in konkrete Ideen übersetzt.
Aktuell arbeitet IN MOCEAN intensiv daran, den Wissenstransfer über den Workshop hinaus zu stärken. Ein zentrales Entwicklungsfeld ist dabei ein strukturiertes Follow-up-Angebot nach den Workshops. Hier gibt es derzeit noch Verbesserungspotenzial – weswegen sie sich in 2026 unter anderem darauf fokussieren wollen. Geplant ist der Aufbau eines Follow-up-Kits, dass es Schülerinnen und Schülern erleichtert, eigene Recyclingprojekte anzustoßen oder umzusetzen, und dass es Organisationen vereinfacht, nach einem Workshop einen Recycling-Workspace aufzubauen. Zwar existieren bereits sehr gute Open-Source-Ressourcen, etwa im Umfeld von Precious Plastic, ihre Erfahrung im Feld zeigt jedoch, dass deren Nutzung oft ein hohes Maß an Eigeninitiative erfordert.
Flottenmitglied Andy bei einem Recycling Workshop in Puerto Madero, Mexiko. © In Mocean
Aktuell wird daher evaluiert, welche Inhalte, Werkzeuge und Informationen für die Nachbereitung wirklich hilfreich sind, um diese künftig gezielt, gebündelt und niedrigschwellig anzubieten. Ziel ist es, die nachhaltige Wirkung der Workshops zu stärken und den Übergang vom ersten Aha-Moment zur eigenen Umsetzung zu erleichtern. Generell werden alle Informationsmaterialien auch immer frei online zur Verfügung gestellt, da Open Source ein wichtiger Bestandteil ihrer Werte ist.
Praxis und Wirkung – Recycling-Workspace Re-Creativa in Chiapas, Mexiko
Ein Beispiel für die konkrete Wirkung der Arbeit von IN MOCEAN ist der Recycling-Workspace Re-Creativa in Chiapas, Mexiko.
Der Ausgangspunkt war im Frühjahr 2024 eine Zusammenarbeit mit der Community der Finca Hamburgo. In einem ersten Workshop wurde mit Mitgliedern der lokalen Gemeinschaft – vor allem Frauen und Kindern – zusammengearbeitet und Grundlagen zu Plastik, Recycling und Materialverarbeitung vermittelt. Ein zweiter, vertiefender Workshop richtete sich an fünf Frauen, die Interesse daran hatten, tiefer in das Thema einzusteigen. Aus diesem gemeinsamen Prozess heraus entstand die Entscheidung, einen eigenen Recycling-Workspace aufzubauen.
IN MOCEAN unterstützte den Einstieg unter anderem durch die Bereitstellung eines Schredders und eines Extruders (Fertigungsmaschine, die geschreddertes Plastik erhitzt und entweder als formbares Filament ausspuckt oder in eine Produktform presst.) sowie durch begleitende Workshops. Seitdem betreiben die fünf Frauen Re-Creativa eigenständig. Sie arbeiten täglich im Workspace und haben eine vielfältige Produktpalette entwickelt, darunter Schmuck aus recyceltem Plastik, Seifenschalen und Körbe.
Darüber hinaus entwickelte das Team ein eigenes Lernspiel, mit dem Kinder spielerisch Englisch sowie umweltrelevante Themen lernen können. Das Spiel besteht aus Karten aus Karton und Spielsteinen aus recyceltem Plastik. Ergänzend nahmen die Frauen an zwei Weiterbildungen teil, in denen sie lernten, aus recycelten Kunststoffbalken Möbelstücke herzustellen. Zwischen 2024 und 2025 konnte Re-Creativa den Umsatz um rund 30 Prozent steigern. Parallel dazu wurde das Vertriebsnetzwerk kontinuierlich ausgebaut: Die Produkte werden über lokale Partner in Tapachula sowie in Mexiko-Stadt verkauft. Zudem nimmt das Team regelmäßig an Veranstaltungen teil, um ihre Arbeit und Produkte zu präsentieren, und gibt inzwischen selbst Workshops zur Schmuckherstellung aus recyceltem Plastik.
Maria und Nike mit den Gründerinnen von Re-Creativa, dem 3. Recycling Workspace, den In Mocean mit aufgebaut hat. (Chiapas, Mexiko)
Neben den handwerklichen Fähigkeiten eigneten sich die fünf Frauen auch grundlegende organisatorische und digitale Kompetenzen an – darunter der Umgang mit Basisanwendungen am Computer, Budgetverwaltung, das Erstellen von Designdokumenten sowie der Aufbau einer eigenen visuellen Identität mit Logo und Instagram-Kanal.
Der Workspace wird zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben. Ende 2025 fand Re-Creativa zudem einen Partner im nahegelegenen Tapachula, der Kunststoff-Shreds abnimmt und rund 75 Prozent des anfallenden gesamten Mülls der Community recycelt. Während zuvor 100 Prozent des Mülls verbrannt, vergraben oder auf unregulierten Deponien entsorgt wurden, verbleiben heute nur noch etwa 25 Prozent ohne Recyclinglösung.
Re-Creativa zeigt exemplarisch, wie aus einem ersten Workshop langfristige soziale, ökologische und ökonomische Wirkung entstehen kann – getragen von lokalen Akteurinnen, die den Workspace eigenständig betreiben und kontinuierlich weiterentwickeln.
Neben den messbaren ökologischen und wirtschaftlichen Effekten berichten die Frauen zudem von tiefgreifenden sozialen Veränderungen. Das gemeinsame Arbeiten im Workspace hat ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen lassen und neue Formen von gegenseitiger Unterstützung geschaffen. Mit der wachsenden Verantwortung für Produkte, Prozesse und Entscheidungen ist auch das Selbstvertrauen der Frauen spürbar gewachsen. Sie beschreiben ein neues Gefühl von Selbstwirksamkeit, Stolz auf das gemeinsam Geschaffene und die Erfahrung, als Team etwas Eigenes aufgebaut zu haben.
Messbare soziale, ökologische und ökonomische Erfolge
IN MOCEAN verfolgt einen bewusst anderen Wirkungsansatz: Nicht das einmalige Entfernen möglichst großer Mengen Plastik steht im Mittelpunkt, sondern der Aufbau von Fähigkeiten, Wissen und Strukturen. Statt Plastik nur ein einziges Mal aus der Umwelt zu entfernen, befähigt IN MOCEAN Menschen und Organisationen dazu, dauerhaft und eigenständig mit Plastik umzugehen – lokal verankert, praktisch umsetzbar und wiederholt anwendbar.
Trotz sehr begrenzter Ressourcen konnte IN MOCEAN in den vergangenen fünf Jahren folgende Ergebnisse erzielen:
- Durchführung von über 60 Workshops in sieben Ländern
- Aufbau von vier Small-Scale-Recycling-Workspaces in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen
- Aufbau eines internationalen Netzwerks aus sechs aktiven Flottenmitgliedern in 2026, die Projekte vor Ort umsetzen (in den letzten Jahren waren wir 2-3 aktive Flottenmitglieder)
„Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Wirkung – insbesondere im Bildungs- und Kompetenzaufbau – nicht allein über reine Output-Zahlen abgebildet werden kann. Deshalb arbeiten wir daran, unsere Wirkung künftig auf zwei Ebenen systematischer zu erfassen: quantitativ und qualitativ.“, so Nike Steiger.
Plastikmüll wird zu Schlüsselanhängern in einem Workshop mit "Mission Mexiko" in Puerto Madero. © In Mocean
Für kommende Projekte wollen sie neben harten Kennzahlen verstärkt qualitative Indikatoren erfassen, unter anderem durch strukturierte Vorher-Nachher-Befragungen von Teilnehmenden und Partnerorganisationen. So kann nachvollzogen werden, wie sich Wissen über Kunststoffrecycling entwickelt, ob wahrgenommene Einstiegshürden sinken und ob Klarheit, Motivation und Bereitschaft zur eigenen Umsetzung zunehmen.
Konkret sollen dabei unter anderem folgende Aspekte erfasst werden:
- Anzahl und Reichweite von Workshops, Schulungen und Seminarformaten
- Zahl der teilnehmenden Organisationen und Einzelpersonen
- Anteil der geschulten Initiativen, die im Anschluss eigene Recyclingaktivitäten starten
- Entwicklung lokaler Recycling-Setups und Workspaces
- Veränderungen im Wissen, im Vertrauen in die Umsetzbarkeit und in der Planung konkreter nächster Schritte
Diese Kombination aus messbaren Aktivitäten und qualitativer Wirkungsevaluation soll es ermöglichen, nicht nur was passiert, sondern auch warum und unter welchen Bedingungen Recyclinginitiativen langfristig erfolgreich sind, besser zu verstehen.
Von ehrenamtlicher Basis zur strukturellen Stabilisierung
IN MOCEAN ist eine sehr kleine Organisation. Alle Flottenmitglieder arbeiten derzeit ehrenamtlich. Die Koordination, Weiterentwicklung und externe Kommunikation der Initiative – darunter Fundraising, Schulung und Betreuung der Flotte, Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Entwicklung von Workshopmaterialien – wird aktuell zentral getragen.
Spontaner Beach Clean Up neben der Marina in San Carlos, Panama. © In Mocean
Was bislang noch nicht in ausreichendem Maß möglich war, ist der systematische Aufbau eines Wirkungs- und Reportingsystems. Um interne Strukturen und Prozesse nachhaltig zu stärken, ist der nächste notwendige Schritt die Schaffung zumindest einer bezahlten Teilzeitstelle. Nur so lassen sich die wachsenden Aktivitäten langfristig koordinieren, dokumentieren und qualitativ weiterentwickeln.
Unterstützung und weitere Informationen
IN MOCEAN lebt von Zusammenarbeit, Engagement und langfristiger Unterstützung.
Weitere Informationen und Einblicke in die Arbeit finden sich auf:
- Website: in-mocean.org
- YouTube, Instagram und Facebook: @inmoceanorg
Unterstützen kann man IN MOCEAN auf verschiedenen Wegen:
- Spenden: Für die Umsetzung unserer Projekte sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Für 2026 sind derzeit rund 20 Prozent der benötigten Mittel gesichert. Besonders wertvoll sind regelmäßige Spenden, da sie Planungssicherheit ermöglichen. In Deutschland können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
- Unternehmensunterstützung: Über Hinweise, Kontakte oder Vorstellungen zu Unternehmen, die Umwelt- und Bildungsprojekte fördern, freut sich das Team sehr!
- Mitarbeit und Engagement: Wer sich aktiv einbringen möchte – fachlich, organisatorisch oder im Netzwerk – ist herzlich eingeladen, Teil von IN MOCEAN zu werden.
Interessierte können sich via Email direkt an Nike Steiger wenden (
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