Podcast: „Ich will dann mal weg“ – Was beim Auswandern nach Dubai wirklich zählt (Teil 2)
Was gehört wirklich dazu, wenn man nach Dubai auswandern will – insbesondere als Unternehmerin mit eigenen Gesellschaften? Im zweiten Teil unseres Podcasts „Ich will da mal weg nach Dubai“ sprechen wir erneut mit Kimberly Elsholz, Gründerin von Finanznomade, die ihren Lebensmittelpunkt in die Vereinigten Arabischen Emirate verlagert hat, und mit Omer Dotou vom BDAE.
Nachdem es im ersten Teil um Motivation und persönliche Hintergründe ging, tauchen wir diesmal tiefer in die Praxis ein: internationale Steuerstrukturen, Arbeiten als Finanzdienstleister im Ausland, digitale Behördengänge, Krankenversicherung, Visa, Freezone und Wohnen in Dubai.
Kimberly Elsholz
Gründerin von Finance Masters GmbH, die selbst nach Dubai ausgewandert ist.
Omer Dotou
Leiter Global Mobility Services bei BDAE Consult. Berät seit über 13 Jahren Unternehmen und Privatpersonen zu Auslandseinsätzen, Entsendungen und Auslandsversicherungen.
Steuern, Abmeldung und rechtliche Fallstricke
Im zweiten Teil der Podcast-Reihe rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das beim Gedanken an Dubai oft ausgeblendet wird: Steuern, rechtliche Strukturen und formale Abmeldungen. Während die Metropole mit Sonne, Internationalität und unternehmerischer Freiheit lockt, zeigt sich im Gespräch schnell: Wer dauerhaft auswandern möchte, sollte strukturiert vorgehen. Denn Auswandern ist kein Ortswechsel, es ist ein Systemwechsel.
Steuerfreiheit ist kein Selbstläufer
„Einfach ins Ausland gehen und steuerfrei leben“, diese Vorstellung hält sich hartnäckig. Doch so einfach ist es nicht. Kimberly Elsholz berichtet, dass sie vor ihrer Auswanderung ihre Firmenstruktur überprüft und optimiert hat. Unterstützung durch spezialisierte Steuerexperten war dabei ein zentraler Schritt.
Auch Omer Dotou von der BDAE-Gruppe betont im Gespräch: Steuerrecht ist stark national geprägt. Es gibt zwar allgemeine Prinzipien internationaler Steuerplanung, doch die konkrete Umsetzung ist immer länderspezifisch. Ein allgemeiner Steuerkurs kann Orientierung geben, ersetzt jedoch keine individuelle Beratung. Wer rechtssicher aufgestellt sein möchte, sollte die steuerliche Ansässigkeit, Doppelbesteuerungsabkommen und Unternehmensstrukturen frühzeitig prüfen lassen. Gerade Unternehmerinnen und Unternehmer riskieren sonst spätere Überraschungen.
Abmeldung aus Deutschland: Formal einfach – strategisch sensibel
Die Abmeldung bei deutschen Behörden kann mittlerweile auch aus dem Ausland organisiert werden, teilweise sogar über spezialisierte Dienstleister. Kimberly Elsholz schildert, wie sie ihre offizielle Abmeldung rückwirkend vorgenommen und parallel Verträge wie Versicherungen, Mitgliedschaften oder Mobilfunk gekündigt hat. Doch Omer Dotou mahnt zur Vorsicht: Ein Dienstleister führt aus, was beauftragt wird, ob dieser Schritt strategisch sinnvoll ist, muss vorher geklärt sein. Die zentrale Frage lautet also nicht: Wie melde ich mich ab? Sondern: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt und sind alle Konsequenzen bedacht?
Krankenversicherung: Anwartschaft nicht vergessen
Ein besonders sensibler Punkt ist die Krankenversicherung. Wer Deutschland verlässt, sollte sich nicht nur um eine internationale Absicherung kümmern, sondern auch die Option einer sogenannten Anwartschaft prüfen. Sie funktioniert wie ein „Parkplatz“ bei der bisherigen Krankenversicherung: Gegen einen reduzierten Beitrag bleibt das Recht auf eine problemlose Rückkehr erhalten, ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Wichtig dabei: Fristen beachten. Eine Anwartschaft sollte idealerweise vor der Ausreise oder zumindest zeitnah danach abgeschlossen werden. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig eine strukturierte Planung ist, insbesondere bei langfristigen Aufenthalten im Ausland.
Digitale Identität als Schlüssel
Ein oft unterschätzter Aspekt: der digitale Personalausweis mit Online-Funktion. Wer dauerhaft im Ausland lebt, profitiert davon, Dokumente wie Führungszeugnisse oder Geburtsurkunden digital beantragen zu können. Gerade bei unternehmerischen Tätigkeiten oder Immobilienkäufen kann dies entscheidend sein. Digitalisierung erleichtert vieles, ersetzt aber keine saubere Vorbereitung.
Leben in Dubai: Zwischen Touristenstatus und Emirates ID
Auch beim Thema Aufenthalt wird deutlich: Es gibt verschiedene Wege, aber keine pauschale Lösung. Ob über eine Firmengründung in einer Free Zone, eine Anstellung oder den Kauf einer Immobilie, langfristiges Leben in Dubai setzt in der Regel eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung voraus. Kurzfristige Lösungen sind möglich, doch wer langfristig plant, sollte sich frühzeitig mit Visa-Optionen und rechtlichen Rahmenbedingungen befassen.
Fazit: Vorbereitung schlägt Geschwindigkeit
Der zweite Teil der Podcast-Reihe macht deutlich: Auswandern nach Dubai ist möglich und für viele attraktiv. Doch Steuerstruktur, Abmeldung, Krankenversicherung und Aufenthaltsstatus greifen ineinander. Wer strukturiert vorgeht, minimiert Risiken. Wer vorschnell handelt, riskiert unnötige Komplexität.
Die vollständige Folge ist Teil der dreiteiligen Dubai-Reihe des Podcasts „Ich will dann mal weg“, produziert vom Versicherungsboten in Zusammenarbeit mit der BDAE-Gruppe. Die Episode ist auf Spotify und Apple Podcasts verfügbar.
🎧 Hier geht es zu Teil 1 der Folge:
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🎧 Hier geht es zu Teil 2 der Folge: