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„Wenn du dich nicht weit hinaus traust, ist da immer die Versuchung, zu schnell aufzugeben.“ - Rückkehr nach Deutschland?

21. November 2025
Minuten
Vor 20 Jahren zog Daniel Klug nach Norwegen – ohne besondere Bindung an das Land – um beruflich neu anzufangen. Die pragmatische Entscheidung wurde schnell zu einer Lebensgeschichte voller Herausforderungen, neuer Chancen und persönlicher Entwicklungen. 
Breite Luftaufnahme einer Stadt - Bærum, Norwegen, am Wasser bei mildem Abendlicht; darüber ein runder überlagerter Porträt-Ausschnitt von Daniel Klug.
© A.Film, AdobeStock
© A.Film, AdobeStock

Seite 4 von 4: Rückkehr nach Deutschland?

Kannst du dir vorstellen, einfach in Deutschland wieder Fuß zu fassen?

Daniel: Ich habe mir das öfters überlegt und auch schon ein wenig recherchiert, aber das Problem ist, dass meine Arbeitserfahrung ja auf einem ganz anderen Land basiert. Hier gelten andere Vorschriften, das Baumaterial ist anders – ich würde in Deutschland beruflich wieder von vorn anfangen, und so eine tolle Stelle wie jetzt bekäme ich dann nicht mehr.

Das Heimweh kommt auch nur phasenweise. Wenn es etwa zu einem Wochenende einmal aufkommt in mir, ist es zum Start der nächsten Woche wieder verflogen.

Norwegen in der Bestenliste für digitale Nomad*innen

Norwegen zählt nicht nur für Auswandernde zu den attraktivsten Zielen – auch digitale Nomadinnen und Nomaden finden hier ideale Bedingungen. In unserer Analyse der besten Länder für ortsunabhängiges Arbeiten landete Norwegen auf den vorderen Plätzen. Gründe dafür vorteilhafte Visaregelungen und ein hervorragendes Gesundheitssystem. Wer mehr über die gesamte Rangliste erfahren möchte, findet den Artikel hier.

Und Ruhestand in Deutschland? 

Daniel: Das wäre tatsächlich ein Zweitplan, den ich habe. Norweger dürfen im Ausland leben und dort ihre Rente beziehen.

Welchen Ratschlag möchtest du unbedingt all denen mitgeben, die nach Norwegen auswandern möchten?

Daniel: Auf jeden Fall sollten sie die Sprache zumindest ein wenig lernen – damit sie zumindest in Kontakt kommen mit den Menschen. Sobald so die erste Verbindung aufgebaut ist, kann man mit Englisch weitermachen – aber der Respekt ist schon einmal da. 

Außerdem sollte man offen sein, denn die Kultur ist hier nun einmal eine andere. Man sollte nicht auf der typisch deutschen Strenge und Genauigkeit beharren. Die Menschen sind hier sehr offen und locker – man sollte es genießen können, dass man plötzlich auf der Straße mit Fremden ins Gespräch kommt. 

Was man außerdem ablegen sollte, ist ein ausgiebiges Feier- oder Partyleben. Das gibt es hier nicht. Es ist einfach viel zu teuer, auszugehen. Norwegerinnen und Norweger feiern also lieber privat. Eine Disko- oder Club-Szene kann man hier aber komplett vergessen. 

Wäre aber jemand noch unentschlossen, würde ich auf jeden Fall versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten, damit sie oder er nach Norwegen kommt.

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Daniel Klug

Über Daniel Klug

Daniel Klug lebt seit 2005 in Norwegen und hat sich dort ein neues Leben aufgebaut. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr und einer Ausbildung als Straßenbauer und Tiefbaupolier zog er ohne besondere Vorkenntnisse in das skandinavische Land. Auch wenn er seine deutsche Mentalität nie ganz abgelegt hat, fühlt er sich nach fast 20 Jahren im hohen Norden heimisch.

Titelbild einer Broschüre: Illustration einer Familie beim Umzug; Text „Das sollten Sie alles bei Ihrer Ausreise beachten – Checkliste für einen Umzug ins Ausland“.

Unser Service für Auswandernde

Eine Auswanderung bringt viele organisatorische Schritte mit sich. Die kostenlose Checkliste zur Auswanderung im PDF-Format bündelt alle wichtigen To-Dos, hilfreiche Hinweise und Tipps für einen reibungslosen Start im neuen Land. 

Dieser Beitrag ist auch in der eMagazin-Ausgabe "Nordwärts: Auswandern nach Skandinavien" erschienen.

Foto von Christian Kniese

Christian Kniese

Christian Kniese legte schon bei seinem Studium in Marburg das Hauptaugenmerk auf globale Themen. Mit dem Studium der internationalen Politik und des internationalen Rechts in Kiel rückte diese Vorliebe für Themen mit Auslandsbezug dann ganz in den Mittelpunkt.Und die zeigt sich auch an seinen Auslandsaufenthalten. Etwa an seinem Freiwilligenjahr an einer philippinischen Vorschule. Oder an seinem Erasmus-Aufenthalt in Frankreich. In seinen Beiträgen rund ums Leben und Arbeiten im Ausland legt Christian Kniese den Fokus auf interkulturelle und gesellschaftliche Aspekte.