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Arbeiten im Ausland: Expertengespräch mit INITIATIVE auslandzeit

29. Oktober 2025
Minuten
Nach einer aktuellen Umfrage von Auslandsjob.de, dem größten Cross-Border-Jobportal im deutschsprachigen Raum, entscheiden sich immer mehr Deutsche für einen Job im Ausland. Was die Beweggründe sind, im Ausland zu arbeiten, welche Erkenntnisse die Umfrage gebracht hat und warum es für den eigenen Lebenslauf positiv ist, eine Auslandserfahrung zu machen, darüber sprechen wir im Interview mit Frank Möller und Matthias Maier von der INITIATIVE auslandszeit GmbH.
Zwei Geschäftsleute geben sich vor einer Weltkarte die Hand; verbundene Standort-Pins zeigen Reiseroute, oben fliegt ein Flugzeug, eine Person trägt eine Aktentasche.
© Visual Generation, AdobeStock
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Welche Altersgruppen oder Berufsgruppen sind laut der Umfrage besonders interessiert an Auslandsjobs?

Matthias Maier: Die Mehrheit der Bewerbungen, die auf unserer Plattform Auslandsjob.de eingeht, stammt von jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Deshalb sind auch sehr häufig Studierende oder sogenannte Young Professionals, die gerade erste Arbeitserfahrung gesammelt haben, darunter. Aber das ist wirklich nur ein Teil der Leute, die Interesse an einem Auslandsjob haben. Wie schon gesagt, gibt es viele Momente im Leben, die dazu bewegen können, ins Ausland zu gehen und dort, zumindest eine Zeitlang, zu arbeiten. Wir sprechen mit allen: Weder das Geschlecht noch das Alter oder die derzeitige (berufliche) Situation sind ausschlaggebend für den Auslandsjob. Wichtig ist, dass die Motivation da ist, jemand lernbereit und offen ist.

Welche konkreten Vorteile haben Auslandsaufenthalte für die Karriereentwicklung?

Matthias Maier: Ich habe selbst zweimal längere Auslandsaufenthalte absolviert; einmal als Teil meines Studiums, ein andermal mit Job. Rückblickend haben mich beide Erlebnisse besonders persönlich weitergebracht und ich bin irgendwie auch dadurch Erwachsen und selbstständig geworden. Das ist vielleicht nicht etwas, das man so in den Lebenslauf schreiben würde. Aber Personalabteilungen wissen sehr wohl, was es bedeutet, wenn jemand ein Jahr oder länger im Ausland gearbeitet hat. Eine solche Station im Lebenslauf vermittelt Offenheit, kulturelle Kompetenz und den Willen, über den berühmten Tellerrand hinauszublicken. All das sind Dinge, die auch in der Arbeitswelt sehr gefragt sind.

»Eine solche Station im Lebenslauf vermittelt Offenheit, kulturelle Kompetenz und den Willen, über den berühmten Tellerrand hinauszublicken.«

Ganz konkret spielt auch der Jobinhalt eine Rolle: Wenn ich zum Beispiel im Job eine besondere Software nutze oder bestimmte Abläufe kennenlerne, ist das immer ein Pluspunkt im Lebenslauf – ganz zu schweigen von der Fremdsprache, die man dort verbessert oder neu lernt.

Welche Fähigkeiten oder Soft Skills lassen sich durch einen Job im Ausland besonders gut entwickeln?

Matthias Maier: Wer in einem internationalen Umfeld arbeitet, lernt schnell, mit unterschiedlichen Mentalitäten, Kommunikationsstilen und Arbeitsweisen umzugehen. Das stärkt nicht nur das Verständnis für andere Kulturen, sondern auch die eigene Anpassungsfähigkeit – aus meiner Sicht eine Schlüsselkompetenz in der heutigen, globalisierten Arbeitswelt. Das Arbeiten im Team und eine gewisse Empathiefähigkeit werden also definitiv gestärkt. 

Klar, jeder neue Job ist mit Herausforderungen verbunden. Aber beim Auslandsjob kommen neben dem üblichen Onboarding noch Bürokratie, Sprachbarriere, ein komplett neues soziales Umfeld und so weiter hinzu. Man wird in besonderem Maße gefordert, trifft eigenständig Entscheidungen, löst Probleme, organisiert sich neu. Und man merkt: Ich kann das! Ich bin in der Lage, die Hürde zu nehmen – auch unter diesen neuen, ungewohnten Bedingungen. So ein Erlebnis ist für viele Auslandsjobberinnen und -jobber ein echter Schlüsselmoment, in dem sie ihre Selbstwirksamkeit entdecken – sowohl persönlich als auch beruflich.

Ergebnisse einer Umfrage mit der Fragestellung: „Welches Arbeitsmodell kommt für dich beim Arbeiten im Ausland in Frage?“. Mit 31,5 Prozent stimmten die meisten für „Präsenzarbeit im Unternehmen“.

Haben Sie Erfahrungswerte, wie deutsche Arbeitgebende im Allgemeinen Auslandserfahrung im Lebenslauf bewerten?

Matthias Maier: Auslandserfahrung wird in der Regel sehr positiv bewertet. Viele Personalverantwortliche sehen das als Zeichen für Eigeninitiative und Weltoffenheit. Gerade bei Unternehmen, die Geschäftskontakte im Ausland haben beziehungsweise sogar selbst dort aktiv sind, sind Arbeitskräfte mit einer Auslandserfahrung sehr gefragt. Meine persönliche Erfahrung bestätigt das, denn ich hätte meinen Job heute wahrscheinlich nicht, wenn ich nicht auch meine Erfahrungen im Ausland gemacht hätte.

Gibt es bestimmte Länder oder Regionen, die besonders beliebt sind? Wenn ja, warum?

Matthias Maier: Ja, innerhalb Europas sind das ganz klar die südlichen Länder. An erster Stelle steht sowohl in der vergangenen wie auch in der jetzigen Umfrage Spanien. In der diesjährigen Umfrage folgen danach Italien, Portugal, der Schweiz und Griechenland. Wir merken das auch in unserem Recruiting-Alltag: Die Destination spielt eine Rolle und all diese Länder sind gut zu erreichen und man kann dort dank EU-Freizügigkeit recht unproblematisch arbeiten. Hinzukommt, dass gerade Länder wie Portugal, Griechenland und Spanien viele deutschsprachige Arbeitnehmende suchen, da hier die Branchen Kundenservice, Animation und Hotellerie viel vertreten sind.

Außereuropäisch dominieren vor allem vier Länder das Ranking: USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Das liegt meiner Meinung nach vor allem an der englischen Sprache und der Tatsache, dass hier nach wie vor Working Holidays und Aufenthalte wie der als Au-Pair eine große Rolle spielen. Mit einem echten Arbeitsvisum schafft man es in diese Länder in der Regel nur nach großem Bürokratieaufwand.

»Gerade bei Unternehmen, die Geschäftskontakte im Ausland haben oder sogar selbst dort aktiv sind, sind Arbeitskräfte mit einer Auslandserfahrung sehr gefragt.«

Welche Hürden sehen potenzielle Auswandernde laut der Umfrage beim Arbeiten im Ausland?

Matthias Maier: Fast jede oder jeder Zweite gibt in unserer Umfrage an, dass besonders die Thematik „Unterkunft & Ankommen“ eine Hürde darstellt. Auch die Herausforderung von „Planungs- & Bürokratieaufwand“ spielt bei fast 40 Prozent der Befragten eine Rolle. Beides sind Punkte, welche bei einem Jobwechsel innerhalb der eigenen Stadt in Deutschland eher eine untergeordnete Rolle spielen. Glücklicherweise wissen viele Arbeitgebende im Ausland um diese Hürden und helfen mit einem „Relocation Package“. Enthalten sind häufig die Flugkosten, eine Unterkunft (zumindest für die ersten Wochen, manchmal aber bis zu einem Jahr lang) und Hilfe bei der Anmeldung im Zielland, der Beantragung eines Kontos und vieles mehr. Den Unternehmen im Ausland ist nämlich auch daran gelegen, einen reibungslosen Umzug zu organisieren und damit diese Hürden abzubauen.

Ergebnisse einer Umfrage mit der Fragestellung: „Welche Hürden siehst du, wenn du an einen Auslandsjob denkst?“. Mit 48,7 Prozent stimmten die meisten für „Unterkunft & Ankommen“.

Neben der oder dem neuen Arbeitgebenden helfen auch wir als Recruiting-Agentur mit unserem neuen „Golden Ticket“ weiter: Wir stellen jeder durch uns vermittelten Person einen Zugang zu Rabattcodes und Sonderangeboten unserer Partnerinnen und Partner zur Verfügung. Damit kann man zum Beispiel bei der Unterkunft im Ausland bis zu zwanzig Prozent sparen, sich zehn Prozent auf eine (e-)SIM-Karte sichern oder einen kostenlosen „Relocation Guide“ herunterladen.

Die gesamte, aktuelle Studie zur Umfrage „Wieso gehen Deutsche zum Arbeiten ins Ausland?“ finden Interessierte hier.

Drei Personen fliegen auf Papierflugzeugen durch den Himmel – eine arbeitet am Laptop, eine hält eine Glühbirne als Idee, und eine zeigt auf eine Zielscheibe. Symbolische Darstellung von Teamarbeit, Innovation und Zielorientierung.© Visual Generation, AdobeStock

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Frank Möller

Frank Möller

Frank Möller ist seit Anfang dieses Jahrtausends seinem Herzensthema Reisen sowie (gleichermaßen persönlichen wie auch geografischen) Grenzerweiterung beruflich verbunden. Nach einigen Jahren bei Deutschlands führendem Veranstalter für Auslandsaufenthalte gründete er die INITIATIVE auslandszeit GmbH.

Jungen Menschen Wege ins Ausland aufzuzeigen und ihnen bei der Realisierung ihrer Pläne zu helfen, ist seitdem die Berufung für Möller und sein Team. So konnten bereits über 100.000 Auslandszeitlerinnen und -zeitler ihre persönliche, perfekte Zeit im Ausland erleben. Mit Gründung der Auslandsjob Recruiting Solutions GmbH ergänzen seit 2022 auch berufliche Auslandsaufenthalte das Angebot des Firmenverbundes aus Rheda-Wiedenbrück. Ein Sabbatical, irgendwann vielleicht sogar auswandern oder als Granny-Digital-Nomad die berufliche Freiheit im besten Alter genießen, wenn es familiär vereinbar ist, sind für den Ostwestfalen durchaus mögliche Zukunftsszenarien.

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Matthias Maier

Matthias Maier

Matthias Maier ist Experte für internationales Recruiting und Business-Development – und jemand, der weiß, wovon er spricht, wenn es um das Leben und Arbeiten im Ausland geht. Nach Auslandsaufenthalten in den USA und Indien kennt er die Chancen und Herausforderungen interkultureller Erfahrungen aus erster Hand – ein Vorteil, den er heute erfolgreich in der Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern im internationalen Recruiting einsetzt.

Seit bereits zehn Jahren arbeitet er bei der INITIATIVE auslandszeit GmbH. Dort verantwortet er die Recruiting-Sparte und betreut Unternehmen sowie Kandidatinnen und Kandidaten dabei, zueinander zu finden und den Traum vom Leben im Ausland (inklusive Job in der Tasche) Realität werden zu lassen. Selbst mit dem Fernweh-Virus infiziert, nutzt er seinen Remote-Job auch dazu, aus der Ferne zu arbeiten.

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+49 177 3165067 (gern auch WhatsApp)

Dieser Beitrag ist auch in der eMagazin-Ausgabe "Remote Work weltweit: Arbeiten, wo andere Urlaub machen" erschienen.

Foto von Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef ist seit 2023 für den BDAE tätig. Sie hat ein großes Interesse an kulturellen Austauschen und Themen rund um Aufenthalte im Ausland, da sie selber für längere Zeit in Indien, Ecuador und Bolivien gelebt hat. Für den BDAE ist sie in der Unternehmenskommunikation und im Marketing tätig. Redaktionell befasst sie sich mit vielen Themen rund um das Leben und Arbeiten im Ausland und schreibt über rechtliche Aspekte beim Thema Global Mobility und längeren Auslandsaufenthalten sowie zu Reise- und interkulturellen Themen für digitale Nomad*innen, Ausgewanderte und Weltreisende.