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Arbeiten im Ausland: Expertengespräch mit INITIATIVE auslandzeit

29. Oktober 2025
Minuten
Nach einer aktuellen Umfrage von Auslandsjob.de, dem größten Cross-Border-Jobportal im deutschsprachigen Raum, entscheiden sich immer mehr Deutsche für einen Job im Ausland. Was die Beweggründe sind, im Ausland zu arbeiten, welche Erkenntnisse die Umfrage gebracht hat und warum es für den eigenen Lebenslauf positiv ist, eine Auslandserfahrung zu machen, darüber sprechen wir im Interview mit Frank Möller und Matthias Maier von der INITIATIVE auslandszeit GmbH.
Zwei Geschäftsleute geben sich vor einer Weltkarte die Hand; verbundene Standort-Pins zeigen Reiseroute, oben fliegt ein Flugzeug, eine Person trägt eine Aktentasche.
© Visual Generation, AdobeStock
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Was sind laut der Umfrage die Hauptmotive der Deutschen, im Ausland zu arbeiten? 

Matthias Maier: Das kann man aus den Daten der Umfrage sehr gut herauslesen. Ganz vorn liegt der Wunsch, etwas Neues zu erleben. So lassen sich die Hauptmotive am besten zusammenfassen. Es geht hier also nicht um den einen tollen Job, mit dem man seine Karriere boosten möchte, sondern um das Gesamterlebnis: in einer neuen Stadt (üblicherweise im Süden Europas) mit neuen Leuten eine gute Zeit erleben – und der Job ist eben der Faktor, der all das ermöglicht.

Ergebnisse einer Umfrage mit der Fragestellung: „Welche Motive sind für dich entscheidend bei einem Auslandsjob?“. 65,7 % stimmten für „Kulturen und Sprachen“.

Aus Ihrer Sicht: Was waren die spannendsten Ergebnisse der aktuellen Umfrage und gab es große Unterschiede zu der vorherigen? 

Matthias Maier: Da gibt es gleich mehrere. Herausstechen tun aus meiner Sicht aber zwei Punkte. Zum einen ist das die Reihenfolge der beliebtesten Destinationen für einen Auslandsjob. Wenn man hier europäische Zielländer betrachtet, sieht man ganz klar, dass Großbritannien an Attraktivität verloren hat. Das Land ist von Platz zwei auf Platz sieben abgerutscht und wurde beispielsweise von Italien, Portugal und Griechenland überholt – hier ist es sehr viel einfacher, ohne Visum und viel Bürokratie einen Job anzunehmen. 

Ein anderer überraschender Aspekt: Homeoffice ist zwar ein wichtiger Teil in unserer Arbeitswelt geworden, aber bei einem Auslandsjob nur begrenzt gefragt. Nur zwölf Prozent unserer Umfrageteilnehmenden wollen nämlich komplett aus dem Homeoffice oder „remote“ arbeiten. Präsenzarbeit im Unternehmen steht laut unserer neuen Umfrage an erster Stelle. Knapp gefolgt von einer Mischform aus Homeoffice und Präsenz. Wir hätten hier ehrlichweise ein ausgewogeneres Bild erwartet, da wir in unseren Erstgesprächen immer wieder die Frage nach Homeoffice hören. In der letzten Konsequenz spielt aber wohl doch der soziale Aspekt eine größere Rolle, denn nur die Wenigsten machen sich auf ins Ausland, um von dort einen Job aus dem Apartment heraus zu machen. Ich kann mir das einfach erklären: Ein klares Arbeitsumfeld und Kontakt zu Arbeitskolleginnen und -kollegen scheint für viele attraktiver. Die Leute, die wir vermitteln, wollen ein Erlebnis haben und da ist täglicher direkter Kontakt zu anderen Mitarbeitenden wichtig.

Ergebnisse einer Umfrage mit der Fragestellung: „In welchem (europäischen) Land würdest du gerne arbeiten?“. 65,7 % stimmten für „Kulturen und Sprachen“. An erster Stelle stand bei befragten Männern wie Frauen Spanien, gefolgt von Italien bei den weiblichen und Portugal bei den männlichen Befragten.

»Viele Menschen nutzen solche Umbrüche als Chance, neue Kulturen kennenzulernen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern oder einfach mal den gewohnten Alltag hinter sich zu lassen.«

Ergebnisse einer Umfrage mit der Fragestellung: „In welchem (außereuropäischen) Land würdest du gerne arbeiten?“. 65,7 % stimmten für „Kulturen und Sprachen“. An erster Stelle standen die USA, gefolgt von Australien.

Warum glauben Sie, zieht es immer mehr Deutsche zum Arbeiten ins Ausland?

Matthias Maier: Ich glaube, es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, warum es immer mehr Deutsche ins Ausland zieht. Am stärksten ist, denke ich, die persönliche Weiterentwicklung. Egal, ob man sich gerade nach der Ausbildung, dem Bachelorabschluss, zwischen zwei Jobs oder knapp vor der Rente befindet. Viele Menschen nutzen solche Umbrüche als Chance, neue Kulturen kennenzulernen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern oder einfach mal den gewohnten Alltag hinter sich zu lassen. Etwas Besonderes machen, eine Herausforderung erleben: Darum geht es.

Andererseits gibt es ganz praktische Überlegungen: Wer möchte nicht nach dem Arbeitstag noch ein paar Stunden am Strand verbringen und mit neuen Freundinnen und Freunden die Sonne genießen? Und das alles fast das ganze Jahr über? Das Klima und der oft als zu lang empfundene graue deutsche Winter sind also definitiv Faktoren, die uns immer wieder, auch in persönlichen Gesprächen, genannt werden.

Frank Möller

Frank Möller

Frank Möller ist seit Anfang dieses Jahrtausends seinem Herzensthema Reisen sowie (gleichermaßen persönlichen wie auch geografischen) Grenzerweiterung beruflich verbunden. Nach einigen Jahren bei Deutschlands führendem Veranstalter für Auslandsaufenthalte gründete er die INITIATIVE auslandszeit GmbH.

Jungen Menschen Wege ins Ausland aufzuzeigen und ihnen bei der Realisierung ihrer Pläne zu helfen, ist seitdem die Berufung für Möller und sein Team. So konnten bereits über 100.000 Auslandszeitlerinnen und -zeitler ihre persönliche, perfekte Zeit im Ausland erleben. Mit Gründung der Auslandsjob Recruiting Solutions GmbH ergänzen seit 2022 auch berufliche Auslandsaufenthalte das Angebot des Firmenverbundes aus Rheda-Wiedenbrück. Ein Sabbatical, irgendwann vielleicht sogar auswandern oder als Granny-Digital-Nomad die berufliche Freiheit im besten Alter genießen, wenn es familiär vereinbar ist, sind für den Ostwestfalen durchaus mögliche Zukunftsszenarien.

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auslandszeit.de

Matthias Maier

Matthias Maier

Matthias Maier ist Experte für internationales Recruiting und Business-Development – und jemand, der weiß, wovon er spricht, wenn es um das Leben und Arbeiten im Ausland geht. Nach Auslandsaufenthalten in den USA und Indien kennt er die Chancen und Herausforderungen interkultureller Erfahrungen aus erster Hand – ein Vorteil, den er heute erfolgreich in der Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern im internationalen Recruiting einsetzt.

Seit bereits zehn Jahren arbeitet er bei der INITIATIVE auslandszeit GmbH. Dort verantwortet er die Recruiting-Sparte und betreut Unternehmen sowie Kandidatinnen und Kandidaten dabei, zueinander zu finden und den Traum vom Leben im Ausland (inklusive Job in der Tasche) Realität werden zu lassen. Selbst mit dem Fernweh-Virus infiziert, nutzt er seinen Remote-Job auch dazu, aus der Ferne zu arbeiten.

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+49 177 3165067 (gern auch WhatsApp)

Dieser Beitrag ist auch in der eMagazin-Ausgabe "Remote Work weltweit: Arbeiten, wo andere Urlaub machen" erschienen.

Foto von Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef ist seit 2023 für den BDAE tätig. Sie hat ein großes Interesse an kulturellen Austauschen und Themen rund um Aufenthalte im Ausland, da sie selber für längere Zeit in Indien, Ecuador und Bolivien gelebt hat. Für den BDAE ist sie in der Unternehmenskommunikation und im Marketing tätig. Redaktionell befasst sie sich mit vielen Themen rund um das Leben und Arbeiten im Ausland und schreibt über rechtliche Aspekte beim Thema Global Mobility und längeren Auslandsaufenthalten sowie zu Reise- und interkulturellen Themen für digitale Nomad*innen, Ausgewanderte und Weltreisende.