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Remote-Work-Visa in Afrika – ausgewählte Modelle vorgestellt

10. November 2025
Minuten
Immer mehr Menschen möchten ortsunabhängig „remote“ arbeiten – ob in der Sonne am Strand, einem schicken Café einer historischen Altstadt oder einer friedlichen Berghütte. Wir stellen eine Auswahl an Visa vor, die es möglich machen.
Illustration: Laptop mit tropischer Inselaufnahme (Mauritius) auf dem Bildschirm, flankiert von Pass- und Flugzeugsymbol – Motiv für Remote Work in Afrika.
© Olga Khoroshunova, AdobeStock
© Olga Khoroshunova, AdobeStock

Kap Verde

Bunte Häuser eines Bergdorfs in den schroffen, terrassierten Tälern der Kapverden im weichen Sonnenlicht.Wanderweg in Santo Antao, Kap Verde ©Lukas, AdobeStock

Seit Dezember 2020 gibt es das „Cabo Verde Remote Working Program“. Es ermöglicht Remote-Arbeitenden ein temporäres Arbeits- und Tourismusvisum für sechs Monate mit der Option der Verlängerung um weitere sechs Monate. Es muss ein Einkommensnachweis als Einzelperson (mindestens 1.500 Euro) oder als Familie (mindestens 2.700 Euro) für die letzten sechs Monate vorgelegt werden. Zudem ist eine Reise- und Krankenversicherung vorzuweisen, die im Todesfall die Evakuierung und den Rücktransport abdeckt. Die Gebühren für das Visum liegen bei 20 Euro pro Person. Mit der Ankunft am Flughafen ist einmalig eine Gebühr von 34 Euro pro Person zu entrichten. 

Mauritius

Luftaufnahme der Halbinsel Le Morne auf Mauritius mit türkisfarbener Lagune, Riff und Brandungswellen vor dramatischer Wolkenkulisse.Der Unterwasserwasserfall, Mauritius © Olga Khoroshunova, AdobeStock

Seit Oktober 2020 gibt es ein Visum speziell für digitale Nomadinnen und Nomaden, Reisende, Ruheständlerinnen und Ruheständler und andere Berufstätige sowie deren Familienangehörige – das „Premium Travel Visa“. Das Visum ist ein Jahr gültig und kann einmalig verlängert werden. Mit dem Visum kann man innerhalb des Jahres beliebig oft ein- und ausreisen. Das Premium-Travel-Visum ist kostenfrei. Bei der Beantragung ist ein Rückflugticket, ein Nachweis über die Unterkunft sowie eine Kranken- und Reiseversicherung vorzulegen. Außerdem muss ein Nachweis über ein monatliches Mindesteinkommen von circa 1.340 Euro erbracht werden, um sich für das Visum zu qualifizieren. Für Familien kommen pro Person unter 24 Jahren zusätzlich rund 445 Euro hinzu, möchte man als Paar das Visum beantragen, muss ein Einkommensnachweis von rund 2.680 Euro erfolgen.

Südafrika

Camps Bay bei Kapstadt mit weißem Sandstrand, türkisblauem Meer und den steilen Gipfeln der Twelve Apostles im Abendlicht.Kapstadt Strand, Südafrika © derejeb, AdobeStock

Seit März 2025 gibt es ein offizielles Visum für digitale Nomadinnen und Nomaden, dass ausländischen Personen erlaubt, „remote“ (als angestellte Person oder Freelancerin und Freelancer) im Land für ein ausländisches Unternehmen zu arbeiten. Es ist ein jährliches Mindestjahreseinkommen von rund 33.500 Euro nachzuweisen. Ein Nachweis über die Erbringung einer Remote-Arbeit ist nötig, ebenfalls ist der Nachweis über ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis aus den letzten drei Jahren vorzulegen. Zudem muss man einen Mietvertrag oder eine Online-Buchung der Unterkunft vorlegen, in der man in Südafrika zu wohnen beabsichtigt. Die genaue Gültigkeitsdauer des Visums ist noch unklar und wird erst im Laufe der kommenden Monate durch das Innenministerium bekannt gegeben. Ebenfalls gibt es noch keine genauen Auskünfte über die Kosten. Unter Berücksichtigung relevanter Faktoren kann die Gebühr für die Beantragung des Visums jedoch auf circa 21 Euro (425 Rand) geschätzt werden. Botschaften und Visastellen erheben meist zusätzliche Kosten, die je nach Zuständigkeitsbereich und dem Heimatland variieren können. 

So sieht es für Remote-Work in verschiedenen Regionen der Welt aus

Einen detaillierten Einblick in die rechtliche Lage und praktische Tipps für Remote-Workerinnen und -Worker geben folgende Beiträge – zugeschnitten auf bestimmte Regionen auf der Erde:

Wie bekommt man ein Remote-Visum?

Der Prozess zur Erlangung eines Visums für Remote-Arbeit ist abhängig davon, in welchem Land man es beantragen möchte. citizen remote gibt eine allgemeine Übersicht über die entsprechenden Schritte, die dabei zu unternehmen sind:

  • Verfügbare Optionen recherchieren: Prüfen, ob das gewünschte Land oder welche Länder überhaupt Visa für Remote Work anbieten und welche Anforderungen gestellt werden.
  • Voraussetzungen prüfen: Man sollte unbedingt sicherstellen, alle Voraussetzungen erfüllen zu können. Darunter fallen beispielsweise Einkommensnachweise, ein umfassender Krankenversicherungsschutz oder auch ein einwandfreies Führungszeugnis.
  • Antrag vorbereiten: Alle erforderlichen Unterlagen sollten bereit liegen, um möglichst reibungslos einen Antrag stellen zu können, ohne dass noch viele Dokumente nachgereicht werden müssen.
  • Antrag stellen: Der Antrag sollte mit genügend Vorlaufzeit gestellt werden und, wenn nötig, sollte die entsprechende Gebühr entrichtet werden.
  • Warten auf die Genehmigung oder Ablehnung: Die Bearbeitung des Visumantrags kann manchmal sehr lange dauern, hier muss man einfach geduldig sein.
  • Sobald das Visum erteilt wurde, kann man in das Land reisen und mit der Remote-Arbeit beginnen.
Dieser Beitrag ist auch in der eMagazin-Ausgabe "Remote Work weltweit: Arbeiten, wo andere Urlaub machen" erschienen.

Foto von Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef

Steffi Hochgraef ist seit 2023 für den BDAE tätig. Sie hat ein großes Interesse an kulturellen Austauschen und Themen rund um Aufenthalte im Ausland, da sie selber für längere Zeit in Indien, Ecuador und Bolivien gelebt hat. Für den BDAE ist sie in der Unternehmenskommunikation und im Marketing tätig. Redaktionell befasst sie sich mit vielen Themen rund um das Leben und Arbeiten im Ausland und schreibt über rechtliche Aspekte beim Thema Global Mobility und längeren Auslandsaufenthalten sowie zu Reise- und interkulturellen Themen für digitale Nomad*innen, Ausgewanderte und Weltreisende.