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Gesundheit

Fettleibige Menschen leiden häufiger unter Depressionen – so kann richtige Ernährung helfen

© Elena Abrazhevich, AdobeStock

Forschende konnten bereits aufdecken, dass die beiden Krankheiten Depression und Adipositas zusammenhängen. Nun kam heraus, dass das Risiko für Depressionen mit dem BMI steigt.

Depression ist eine häufig auftretende psychische Erkrankung, von der jedes Jahr etwa eine Million Australier betroffen sind. Sie ist ein signifikanter Risikofaktor für Suizid, die häufigste Todesursache bei jungen Erwachsenen.

Wer adipös ist, hat ein höheres Risiko dafür, depressiv zu werden. Und eine Depression wiederum ist ein anerkannter Risikofaktor für Adipositas. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus London und Liverpool in Großbritannien schauten sich in ihrer Studie an, ob sich das Risiko depressiv zu werden, bei stark übergewichtigen Personen unterscheidet, je nachdem wie hoch ihr Body Mass Index (BMI) ist. Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße und ist ein anerkanntes Maß zur Einteilung von Personen in Normal-, Über- oder Untergewicht. Mithilfe von dem BMI können außerdem drei verschiedene Ausprägungen von Adipositas klassifiziert werden. Adipositas Grad 1 liegt vor, wenn der BMI zwischen 30 und 34,9 liegt und Adipositas Grad II bei einem BMI von 35 bis 39,9. Ab einem BMI von 40 oder mehr ist von Adipositas Grad III die Rede.

Je höher der BMI, desto höher das Risiko für Depressionen

Für ihre Studie teilten die britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die insgesamt 363.037 adipösen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer je nach ihrem BMI in sieben (und damit mehr als die üblichen drei) Kategorien ein. Die Auswertungen ließen erkennen, dass bei 26,8 Prozent der adipösen Personen gleichzeitig eine Depression vorlag. Es zeigte sich zudem, dass die Personen umso häufiger depressiv waren, je höher ihr BMI war. Denn im Vergleich mit den Personen mit einem BMI von 30 bis 35 wiesen die Personen mit einem BMI von 35 bis 40 ein 20 Prozent höheres Risiko für eine Depression auf. Und Personen mit einem BMI von 60 oder mehr hatten sogar ein 98 Prozent höheres Risiko für eine Depression als Personen mit einem BMI von 30 bis 35.

Fettleibige Frauen leiden häufiger unter Depressionen als fettleibige Männer

Zu einem ähnlichen Schluss kamen Forschende der Universität von Navarra in Spanien. Sie fanden heraus, dass Frauen, die in ihrer Kindheit übergewichtig waren und im Laufe der ersten 40 Jahre ihres Lebens weiter zunahmen, ein deutlich erhöhtes Depressionsrisiko haben im Vergleich zu Frauen, deren Gewicht stabil blieb.

Die Wissenschaftler*innen konnten ihre Analyse an 3.888 Frauen und 4.124 Männern durchführen, die gerade einen Universitätsabschluss erlangt hatten. Alle Personen machten Angaben zu ihrem Gewicht und ihrer Körperform im Kindesalter. Zu Beginn der Studie litt keine Person an Depressionen. Im Zeitverlauf wurde dann ermittelt, wie sich das Risiko für Depressionen in Abhängigkeit von der Änderung der Körperform entwickelte. Dazu wurde alle zwei Jahre erfasst, ob eine Person neu an einer Depression erkrankt war.

Bei der Analyse gruppierten die Wissenschaftler die Personen in vier verschiedene Gruppen, die die Entwicklung der Körperform im Zeitverlauf abbildeten. Diese Gruppen waren für Männer und Frauen leicht unterschiedlich.

Im Laufe der Studie erkrankten 351 Personen an einer Depression. Bei den Frauen entdeckten die Forschenden Folgendes: Im Vergleich zu Frauen, die eine normale Statur von ihrer Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter (ca. 40 Jahre) aufrechterhielten, hatten Frauen, die schon als Kind übergewichtig waren und im Zeitverlauf weiter deutlich zunahmen, ein um 92 Prozent gesteigertes Depressionsrisiko. Bei den Männern konnte kein solcher Zusammenhang aufgezeigt werden. Dies zeigt zum einen, wie wichtig es ist, Kindern eine gesunde Entwicklung mit einem normalen Körpergewicht zu ermöglichen. Zum anderen weisen die Ergebnisse darauf hin, dass besonders Frauen, die ihr Leben lang mit Übergewicht zu kämpfen haben, besonders stark unterstützt werden sollten, damit sie keine Depression entwickeln.

Das sind die „dicksten“ Nationen

Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Übergewichts- bzw. Fettleibigkeitsrate in Deutschland rund 60 Prozent. Damit hat sich der Wert im Vergleich zum Jahrtausendwechsel nahezu verdoppelt. Im OECD-Ländervergleich belegt die Bundesrepublik einen Platz nahe am Durchschnitt der anderen OECD-Länder. Absoluter Spitzenreiter sind Mexiko und die USA mit einer Übergewichts- bzw. Fettleibigkeitsrate von etwa 75 bzw. 74 Prozent.

GESUNDHEIT Fettleibigkeit weltweit

Mediterrane Kost mindert Depressionsrisiko

Wie eine gesunde Ernährung dazu beitragen kann, das Risiko von Depressionen zu mindern, zeigt eine Studie der University of Technology in Sydney. Demnach könnte insbesondere die Mittelmeer-Diät, also eine Umstellung der Ernährung auf mediterrane Kost, helfen. Das hat Jessica Bayes von der University of Technology Sydney in einer zwölf Wochen dauernden Untersuchung an Männern im Alter von 18 bis 25 Jahren bewiesen.

„Wir waren überrascht, wie bereit junge Männer waren, ihre Ernährung umzustellen. Diejenigen, die der Mittelmeer-Diät zugeordnet waren, konnten ihre ursprünglichen Gewohnheiten unter Anleitung eines Ernährungsberaters innerhalb von kurzer Zeit erheblich ändern“, so Bayes.

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Etwa 30 Prozent der depressiven Patienten sprechen nicht angemessen auf Standardbehandlungen für schwere depressive Störungen wie kognitive  Verhaltenstherapie und Antidepressiva an, so die Erfahrungen von Medizinern. Für diese sei eine Ernährungsumstellung eine gute Lösung, so Bayes, die sich freut, dass fast alle Teilnehmer die Diät nach Abschluss der Studie fortsetzen wollten. „Das zeigt, wie effektiv, tolerierbar und lohnenswert sie die Intervention fanden“, sagt die Doktorandin.

Kein Zucker und kein rotes Fleisch

Die Untersuchung bereichert das aufstrebende Gebiet der Ernährungspsychiatrie, das darauf abzielt, die Auswirkungen bestimmter Nährstoffe und Ernährungsmuster auf die psychische Gesundheit zu bestimmen. Die mediterrane Diät ist reich an buntem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten, fettem Fisch (wegen gesundheitsfördernder Omega-3-Fettsäuren), Olivenöl und rohen, ungesalzenen Nüssen. Zucker und rotes Fleisch spielen bei dieser Form der Ernährung praktisch keine Rolle.

Was der Mensch isst, habe starke Auswirkungen auf die Gesundheit. Laut Bayes werden rund 90 Prozent des Serotonins, eine Chemikalie, die dabei hilft, sich glücklich zu fühlen, beispielsweise im Darm von Mikroben hergestellt. Es gebe Hinweise darauf, dass diese Mikroben über den Vagusnerv in der sogenannten Darm-Hirn-Achse mit dem Gehirn kommunizieren. „Um nützliche Mikroben zu haben, müssen wir sie mit Ballaststoffen füttern, die in Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse vorkommen“, erläutert die Wissenschaftlerin.

Wassermelone hilft beim Abnehmen

Insbesondere Melone soll weiteren Erkenntnissen zufolge beim Abnehmen helfen. Wer zwei kleine Schalen Wassermelone statt Kekse (mit dem gleichen Kaloriengehalt) aß, fühlte sich länger satt und hatte weniger Verlangen nach Essen – dies wiederum ließ die Pfunde schmelzen.

Wassermelone ist reich an Vitamin C und Vitamin A und weist darüber hinaus einen hohen Lycopin-Gehalt auf. Lycopin zählt zu den Antioxidantien – diese spielen eine wichtige Rolle als Radikalfänger und können Sauerstoffradikale unschädlich machen, die oxidativen Stress begünstigen. Oxidativer Stress wiederum wird mit der Entstehung von verschiedenen Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

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Ein Forscher-Team aus Kalifornien in den USA ging nun mit einer Studie der Frage nach, welchen Effekt ein vermehrter Verzehr von Wassermelone bei übergewichtigen/stark übergewichtigen (adipösen) Personen hat. Die Wissenschaftler interessierte im Speziellen, wie sich ein gesteigerter Konsum von Wassermelone auf die Sättigung, den Blutzuckerspiegel und das Körpergewicht auswirkt.

Die Forschenden gewannen 33 Personen mit Übergewicht/Adipositas für ihre vier Wochen lang andauernde Studie. Die Personen wurden auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe bekam zunächst täglich Wassermelone (etwa zwei kleine Schalen), die andere Gruppe bekam fettreduzierte Kekse, die genauso viele Kalorien lieferten wie die zwei kleinen Schalen Wassermelone. Danach wechselte die Gruppenzugehörigkeit und diejenigen, die zuerst die Wassermelone erhielten, bekamen nun die Kekse und umgekehrt.

Es zeigte sich Folgendes: der Verzehr der Wassermelone löste bei den Studienteilnehmern größere Sättigungsgefühle aus als der Verzehr der Kekse. Diese zeigte sich in Form von geringeren Hungergefühlen, weniger Verlangen nach Essen und einem größeren Völlegefühl. Der Verzehr der Wassermelone begünstige es, abzunehmen – Körpergewicht und Body Mass Index sanken. Außerdem minderten sich Taille-Hüft-Verhältnis und der obere Blutdruckwert (systolischer Blutdruck genannt). Im Gegensatz dazu bewirkte der Keks-Verzehr einen Anstieg von Blutdruck und Körperfett.

Durch den Wassermelonen-Verzehr stieg der Gehalt an Antioxidantien im Blut der Teilnehmer und der oxidative Stress nahm ab.

Joghurt hilft dem Darm

Günstig auf die Darmgesundheit und damit auf das psychische Wohlbefinden soll sich auch der Verzehr von Joghurt auswirken. Ein britisch-französisches Forschungsteam konnte zeigen, dass der Verzehr von Joghurt mit geringerem Bauchfett und einer verbesserten Darmgesundheit in Zusammenhang steht.

Joghurt enthält lebende Bakterien, die über die Modulation der Darmmikrobiota zu positiven Wirkungen wie einer verringerten Körpergewichtszunahme und einem geringeren Auftreten von Typ-2-Diabetes beitragen könnten. Bis heute ist der Zusammenhang zwischen Joghurtkonsum und der Zusammensetzung der Darmmikrobiota unzureichend erforscht. Eine aktuelle Studie hat nun die Verbindung zwischen Darmmikrobiota und Joghurt-assoziierten gesundheitlichen Vorteilen an 1.000 überwiegend weiblichen, britischen Zwillingen untersucht.

Mit Hilfe eines Fragebogens zur Ernährung wurde ermittelt, dass 73 Prozent der Probanden Joghurt verzehrten. Die Konsumenten zeigten ein gesünderes Ernährungsmuster und eine verbesserte Stoffwechselgesundheit, gekennzeichnet durch reduziertes viszerales Fett. Anhand von Lebensmittelaufzeichnungen, die am Tag vor einer Stuhlprobe gesammelt wurden, schließt das Autoren-Team,, dass die Zunahme zweier Joghurtbakterien möglicherweise vorübergehend war und durch den Verzehr von Joghurt verursacht wurde.

Quellen: Deutsches Gesundheitsportal, pressetext.com 

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juni 2022 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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Herausgegeben wird es vom BDAE, dem Experten für die Absicherung im Ausland.