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Welche europäischen Nationen am liebsten in die Sauna gehen

© Grigory Bruev, AdobeStock

Der Saunagang hat in Europa eine lange Tradition, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Deutschland ist mit rund 30,6 Millionen Saunaanhängern sogar Sauna-Weltmeister.

Der Wellness- und Gesundheitsreiseveranstalter Fit Reisen hat untersucht, in welchen europäischen Ländern sowie deutschen Regionen die Saunaliebe wohl am größten ist. Dafür wurden sowohl für 47 europäische Nationen als auch für die hiesigen 16 Bundesländer das Google-Suchvolumen nach den drei gängigsten Sauna-Begriffen „Sauna“, „Banja“ und „Hamam“ in der landestypischen Bezeichnung abgefragt. Das Ranking zeigt jeweils die Ergebnisse nach monatlicher Inzidenz pro 100.000 Einwohner. Der erste Platz ist für die meisten sicherlich keine Überraschung.

Platz 1: Finnland ist Sauna-Europameister

Es gibt kaum eine größere Liebe wie die zwischen den Finnen und ihrer Sauna. Rund 90 Prozent der finnischen Bevölkerung nehmen mindestens einmal pro Woche ein Schwitzbad, um sich körperlich und seelisch zu reinigen. Selbst wenige Monate alte Babys sammeln ihre ersten Saunaerfahrungen. Beim richtigen Saunabad gehören Birkenruten, Makkara-Wurst und sogar Bier dazu. Das Wort „Sauna“ stammt sogar aus dem Finnischen und beschreibt eine Erd- oder Schneegrube, in der ursprünglich ein Feuer entfacht wurde, um dort zu schwitzen. Alles gute Gründe, warum die UNESCO 2020 die finnische Sauanatradition auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes genommen hat und das nordeuropäische Land auch beim Sauna-Suchvolumenranking mit 509 Anfragen pro 100.000 Einwohnern die Hitliste anführt.

Platz 2: Niederlande

Auch die Niederländer lassen gerne ihre Seele beim wärmenden Relaxprogramm baumeln und landen mit einer monatlichen Suchvolumeninzidenz von 377 auf Rang zwei. So manche Wellnessoasen sind bei Deutschlands Nachbarn zu finden, die mit üppigen Saunalandschaften über die Grenze locken. Im Palestra in Braamt geht es beispielweise in der rund 6.000 Quadratmeter großen Wellnessoase auf eine erholsame Weltreise mit skandinavischen Saunahütten, marokkanischem Berberzelt oder arabischen Hamam-Behandlungen. Die Therme Berendonck in Wijchen lockt mit dem „Sauna Theater“ in eine der größten Aufguss-Saunen Europas. Im Eröffnungsjahr 2019 fand hier auch die Aufguss-Weltmeisterschaft mit 90 Teilnehmern aus 20 Ländern statt.

Platz 3: Schweden

Die meisten Saunen in Schweden findet man in der Region Tornedalen, in der die finnische Minderheit des Landes ihr Zuhause hat. Nicht zuletzt deshalb ist die dortige Saunakultur groß und schafft es im europaweiten Google-Suchvolumenvergleich auf Platz drei mit einer Sauna-Inzidenz von 203. Wer als Tourist*in eine schwedische Sauna aufsucht, sollte zunächst die landestypischen Benimmregeln beherzigen: Es wird sowohl nackt als auch mit einem Handtuch bedeckt geschwitzt, aber immer nach Geschlechtern getrennt.

Zum guten Ton gehört beim Saunagang die Pflege sozialer Kontakte: Mit Freunden quatschen oder sogar Geschäfte abschließen ist völlig normal. Wer Platzangst hat oder eher die Privatsphäre pflegt, wird in der schwedischen Saunavariante übrigens nicht glücklich: Bis zu 50 Personen finden sich beim traditionellen Schwitz-Get-together in einer sogenannten “Bastu” oder auch “Badunna” (zu Deutsch „Badestube“) ein, bei der der klassische Saunagang gleich mit einem heiß-kalten Wechselbad kombiniert wird.

Platz 4: Deutschland

Mehr als 30 Millionen Deutsche zieht es laut dem Sauna-Bund regelmäßig in das Heißluftbad. Wenn es nach dieser Besucherzahl geht, ist das die aktuelle Weltspitze. Beim europaweiten Saunasuche-Vergleich landet die Bundesrepublik immerhin mit Platz Vier (monatlich 185 Google-Suchanfragen pro 100.000 Einwohner) unter den Top 5.

Die richtige Saunaetikette hat hierzulade einen hohen Stellenwert. Oberstes Gebot beim Platznehmen auf der Holzbank ist ein Handtuch als Unterlage, damit die Hygiene gewahrt bleibt und kein Tropfen Schweiß das Interieur berührt. Prüde sind die Deutschen beim Schwitzgang keineswegs: Nackt sein und gemischtes Geschlechter-Saunieren hat Tradition. Wer zu Hause keinen Privat-Spa hat, geht zum Aufguss in einen der vielen Fitness-, Bade- oder Wellnesstempel, die ihren Gästen immer neue Varianten des gesunden Wärmebads bieten. Im baden-württembergischen Sinsheim steht mit der 166,6 Quadratmeter großen „Koi-Sauna“ laut „Guinnessbuch der Rekorde“ sogar der weltweit größte Schwitzraum – mit Blick in ein gigantisches Fisch-Aquarium.

WELTWEIT Sauna

Platz 5: Österreich

Dicht gefolgt auf Platz fünf im europaweiten Sauna-Beliebtheitsranking landet Österreich mit einer durchschnittlichen monatlichen Inzidenz von 184 pro 100.000 Einwohner. Genauso wie bei den deutschen Nachbarn ist hier hüllenloses Schwitzen angesagt. Tabu sind Schweiß auf Holz sowie laute Unterhaltungen. Bei einer Temperatur von 80 Grad sauniert die Alpennation am liebsten, danach geht es zur Abkühlung gerne in einen Eisbach.

Platz 6: Belgien

Wellness ist Belgiens zweiter Vorname. Der Heilbadort Spa mit seinen 300 Thermalquellen in der belgischen Provinz Lüttich ist Namensgeber für das international etablierte englische Wort „Spa“ als Synonym für „Wohlfühlort“. Von der Wallonischen Region bis hin zu den Ardennen und der belgischen Küste bieten überall Wellness-Thermen oder -Hotels wohltuende Auszeiten in liebevoll gestalteten Schwitzhütten. Übrigens gehört auch hier das hüllenlose Beisammensein zum traditionellen Saunagang dazu. Die belgische Volksliebe zur Sauna zeigt sich durch eine monatliche Suchabfrage von 176 (pro 100.000 Einwohner) – das reicht für Platz Sechs.

Platz 7: Schweiz

Ob eine Erd- und Feuersauna in Rheinfelden, eine Bohrturmsauna in Bad Zurzach oder gar eine Felsensauna am Krafthügel Chastlatsch in Zuoz – auch die Schweiz hat in Punkto schwitziges Wellnessvergnügen ordentlich was zu bieten. Vielleicht sind gerade die kalten Wintermonate, in denen man den Saunagang gerne zur Immunstärkung nutzt, der Grund, warum es in der Alpenregion so vielfältige Schwitzstätten gibt. Dass auf jeden Fall großes Interesse besteht, beweist der siebte Platz mit einer monatlichen Schwitzsuch-Inzidenz von 172.

Platz 8: Liechtenstein

Als eines der kleinsten Länder Europas setzen sich die Saunaanhänger Liechtensteins im europaweiten Ranking durch und ergooglen sich mit einem monatlichen Suchvolumen von 158 Platz Acht. Einen Sprung über die Landesgrenze entfernt bietet beispielsweise das Mineralheilbad St. Margrethen eine große Saunawelt mit täglichem Aufguss-Programm von elf bis 22 Uhr. Da das 25 Kilometer lange Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz eher durch seine mittelalterlichen Burgen, Alpenlandschaften oder der Finanzwirtschaft bekannt ist, ist die verhältnismäßig große Anzahl an Saunafans sicherlich für viele ein neuer Länder-Fun-Fact.

Platz 9: Frankreich

Wer glaubt, dass es sich im Heimatland von „Mon Amour“ und „Moulin Rouge“ auch ungeniert in der Öffentlichkeit gut schwitzen lässt, der wird enttäuscht. Vielleicht liegt es an der oft streng katholischen Erziehung, dass die Franzosen beim traditionellen Saunagang eher wie ein prüdes Volk wirken. Hochgeschlossene Badebekleidung, also Damen im Badeanzug und Herren in Badeshorts, ist hier die Regel. Entspannt wird bei milden 60 Grad und angenehm riechendem Duft zur Entspannung. Wem es in der Schwitzkammer zu langweilig wird, kann mit seinem Nachbarn leise Gespräche führen – hier bleibt die Grande Nation locker. Es waren übrigens die Römer, die die ersten Dampfbäder importierten und die Saunakultur Frankreichs einläuteten. Das diese bis heute eine große Fangemeinde hat, beweist Rankingplatz Neun (monatliche Inzidenz von 156).

Platz 10: Bulgarien

Bulgarien schließt mit Rang Zehn und einer Inzidenz von 149 die Top Ten des europaweiten Saunainteressenvergleichs. Vielen ist das Land am Schwarzen Meer eher als preisgünstiges Sommerurlaubsdomizil für Erholung und Party bekannt. Was viele jedoch nicht wissen: Neben Island findet man dort das zweitgrößte Thermalquellenvorkommen in Europa. So widmen sich viele öffentliche Mineralbäder, Wellnesscenter und Kurhotels den Themen Gesundheit und Tiefenregeneration. Nicht zuletzt deshalb hat das Thema „Wellness“ in Bulgarien einen hohen Stellenwert, was auch die hohe Suchanfrage nach Saunamöglichkeiten erklärt.

Wo die größten Sauna-Muffel leben

Ein Blick auf die letzten Plätze des europaweiten Saunasuchinteresses zeigt, dass Albanien (Inzidenz von 26), Nordmazedonien (Inzidenz von 17) und der Vatikanstadt (Inzidenz von 0) wohl das wenigste Interesse am öffentlichen Nacktschwitzen haben – dass das öffentliche Saunieren im Zentrum der römisch-katholischen Kirche wohl nicht so gut ankommt, kann man wohl aber verstehen.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Oktober 2021 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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