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Schwangere sollten viel Fisch essen

Zweimal pro Woche Seefisch, davon einmal eine fettreiche Art – das ist in Sachen Ernährung eine der wichtigen Empfehlungen für Schwangere vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Der Grund: Kein anderes Lebensmittel enthält auch nur im Entferntesten die gleiche Menge an ungesättigten Fettsäuren, speziell den beiden Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eikosapentaensäure). Speziell DHA wird vom Organismus wie ein Vitamin gebraucht: Der Körper ist kaum in der Lage, es aus anderen Bausteinen selbst herzustellen. DHA wird beim Aufbau der Zellmembranen benötigt, spielt eine große Rolle bei der Entwicklung des Gehirns und der Sehkraft und wird als Baustein in viele Proteine eingebaut, die die Entzündungs- und Abwehrreaktionen im Körper regulieren.

Lachs, Hering und Makrele besonders fettreich

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und das Netzwerk Gesund ins Leben empfehlen, dass Schwangere pro Tag durchschnittlich 200 Milligramm DHA zu sich nehmen und zusätzlich EPA in etwa gleicher Menge, insgesamt eine Menge von etwa 450 Milligramm DHA plus EPA täglich. Das entspricht wöchentlich ein bis zwei Mahlzeiten (300 Gramm) an fettreichem Fisch wie zum Beispiel Lachs, Hering oder Makrele. Fettarme Seefische wie Seelachs und Rotbarsch enthalten zwar ebenfalls ungesättigte Fettsäuren, aber viel weniger.

Wenn Schwangere es nicht schaffen sollten, so regelmäßig Fisch zu essen, dann lautet die Empfehlung, den Mangel an DHA und EPA durch Nahrungs-Ergänzungsmittel auszugleichen, wofür vor allem Kapseln mit Fischöl verwendet werden. Schwangere, die sich vegan ernähren, können auf Öl aus Algen zurückgreifen. „Fischöl- und Algenkapseln aus dem Drogeriemarkt gibt es teilweise in außerordentlich hohen Dosierungen“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Das liegt daran, dass die Europäische Lebensmittel-Überwachung festgelegt hat, dass Mengen bis zu drei Gramm DHA und EPA pro Tag normalerweise nicht gesundheitsschädigend sind. Das entspräche einem Pfund Seefisch täglich.“

Bei dieser Einschätzung habe die Behörde aber ausdrücklich schwangere Frauen ausgenommen: „Die wissenschaftlichen Studien über sehr hohe Mengen an Fischöl in der Schwangerschaft sind widersprüchlich. Manche haben Vorteile gefunden, andere aber auch deutliche Nachteile. Wenn Frauen in ihrer Schwangerschaft also DHA-EPA-Produkte in der Apotheke oder auch im Drogeriemarkt einkaufen wollen, dann sollten sie unbedingt aufs Kleingedruckte achten und den in Deutschland empfohlenen Wert von 450 Milligramm DHA plus EPA pro Tag nicht überschreiten.“

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe März 2021 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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