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Deutschland für qualifizierte Impats nicht attraktiv genug

Expatriates
© Kara, AdobeStock

Deutschland für qualifizierte Impats nicht attraktiv genug

Studierte Fachkräfte aus dem Ausland finden Deutschland zum Arbeiten nur mäßig attraktiv. Die Bundesrepublik landet im OECD-Vergleich lediglich auf dem zwölften Platz. Spitzenreiter bei den Akademikern sind Australien, Schweden und die Schweiz. Gut schneidet Deutschland hingegen bei der Gruppe der internationalen Studenten ab – Platz drei im OECD-Vergleich – und bei jenen Zuwanderern, die ein Unternehmen gründen wollen. Dort belegt Deutschland immerhin den sechsten Platz. Zu diesem Ergebnis kommen die „OECD Indicators of Talent Attractiveness“, die in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung entwickelt wurden.

Jobaussichten schrecken zugewanderte Akademiker ab

Das größte Defizit in der Attraktivität für hoch Qualifizierte hat Deutschland bei den beruflichen Chancen. Diese stehen für zugewanderte Menschen – insbesondere, wenn sie einen akademischen Abschluss aus Nicht-EU-Ländern mitbringen – vergleichsweise schlecht. Bei den um Steuern und Preisniveau bereinigten Löhnen liegt Deutschland lediglich auf Rang 25. Die Arbeitslosenquote für zugewanderte Akademiker liegt mit sieben Prozent trotz guter Arbeitsmarktlage sogar leicht über dem OECD-Durchschnitt. Darüber hinaus arbeiten ausländische Akademiker häufig nicht in Jobs, die ihrem Qualifikationsniveau entsprechen. So arbeiten 77 Prozent der im Inland geborenen Menschen mit akademischem Abschluss in einem hoch qualifizierten Beruf. Bei Zugewanderten aus Nicht-EU-Staaten mit ausländischen Abschlüssen sind es dagegen knapp 40 Prozent.

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Die Experten der Studie halten Reformen bei der Anerkennung von Abschlüssen für dringend nötig. Denn das Erfordernis der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse ist eine weitere Hürde für die Zuwanderung von Fachkräften. In anderen Ländern ist eine Anerkennung für die Zuwanderung nur dann erforderlich, wenn es sich um regulierte Beschäftigungen (wie zum Beispiel Gesundheitsberufe) handelt. Die Erfordernis der Anerkennung der Berufsabschlüsse sei der Schwachpunkt des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Die Bundesrepublik sollte die Anerkennungsverfahren für Berufe entschlacken und Alternativen erwägen. Vorbild könnte das Turboverfahren sein, wie es in Norwegen Anwendung findet. Dort fällt innerhalb weniger Tage die Entscheidung, ob Zugewanderte die für eine bestimmte Stelle erforderlichen Kompetenzen haben, ohne dass es zu einer allgemeingültigen formalen Anerkennung der Berufsqualifikation kommt.

Eine Migrationsentscheidung betrifft überdies meist nicht nur eine Fachkraft, sondern eine ganze Familie. Denn wer nach Deutschland kommt, sucht nicht nur nach Chancen für sich selbst, sondern auch für seine Familie. Auch Angehörige – so die Analyse im vorliegenden Policy Brief – müssten umfängliche Unterstützung bei der Integration erlangen. Dies könne etwa durch Sprachkurse und langfristige Aufenthaltstitel geschehen.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Februar 2020 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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