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Forscher finden Wirkstoff gegen Tropenkrankheit

Etwa 120 Millionen Menschen sind über Mückenstiche mit parasitären Fadenwürmern (Filarien) infiziert, die zum Krankheitsbild der Elefantiasis (lymphatische Filariose) führen können. Bei dieser kann es durch Lymphstau zu Vergrößerungen der Extremitäten beziehungsweise der Hoden kommen. Weitere 17 Millionen Menschen sind mit Filarien infiziert, die die Onchozerkose auslösen können. Diese Erkrankung kann zur Erblindung und zu schweren Hautentzündungen führen. Diese Infektionen mit parasitären Fadenwürmern gehören zu den vernachlässigten Erkrankungen (Neglected Tropical Diseases), die in den Tropen und Subtropen vorkommen und vor allem die Ärmsten der Armen betreffen.

Ein internationales Forscherteam des Pharmaunternehmens Abbvie zusammen mit Tropenmedizinern in Liverpool (England) und Parasitologen der Universität Bonn haben nun in präklinischen Studien die Substanz ABBV-4083 identifiziert, die eine rasche und effektive Wirkung auf die Würmer zeigt und bereits Phase-1-Studien erfolgreich durchlaufen hat. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal „Science Translational Medicine” veröffentlicht.

Bekämpfung bis 2050

Die Bekämpfung dieser Krankheiten erfolgt durch Massenbehandlungen mit Medikamenten, die die Übertragung der Erkrankung zeitweise unterbinden, aber nicht die adulten Würmer abtöten. „Somit müssen die Wirkstoffe im halbjährlichen bis jährlichen Abstand für die Lebensdauer der Filarien gegeben werden, die mehr als zehn Jahre betragen kann“, sagt Prof. Dr. Achim Hörauf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Prognosen gehen davon aus, dass Filariosen durch Massenbehandlungen nicht vor 2050 verschwunden und auch dann nicht in ganz Afrika beseitigt sein werden.

Nach den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung sollen unter anderem auch schwere Erkrankungen bis zum Jahr 2030 bekämpft werden. „Um die Eliminierung der Onchozerkose und lymphatischen Filariose zu beschleunigen, werden deshalb Medikamente benötigt, die auch die erwachsenen Filarien abtöten“, sagt Privatdozent Dr. Marc P. Hübner vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Bonner Uniklinikums. Ein erstes solches Medikament ohne starke Nebenwirkungen und Goldstandard war Doxycyclin, dessen Wirkung auf die Filarien von der Bonner Gruppe zusammen mit Kollegen aus Ghana entdeckt wurde. Es eliminiert endosymbiontische Bakterien der Gattung Wolbachia, die die Filarien zum Überleben brauchen. Hübner: „Werden mit dem Wirkstoff die Bakterien abgetötet, sterben auch die Fadenwürmer.“ Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter acht Jahren dürften jedoch Doxycyclin nicht einnehmen. Ein weiterer Nachteil sei die lange, tägliche Behandlung über vier bis fünf Wochen hinweg.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Mai 2019 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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