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Gesundheit

Durchbruch in der Malariaforschung: Neuer Wirkstoff zeigt vielversprechende Ergebnisse

© Madeleine Steinbach, AdobeStock

Malaria, eine weit verbreitete und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, erfordert kontinuierliche Forschung für wirksame Medikamente.

Ein Team der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter der Leitung von Prof. Dr. Svetlana B. Tsogoeva hat einen bedeutenden Fortschritt erzielt.

Die Forschenden kombinierten das Antimalariamittel Artemisinin mit dem pflanzlichen Stoff Cumarin. Das Ergebnis ist ein autofluoreszierender Wirkstoff, der erstmals eine präzise Bildgebung in lebenden Zellen ermöglicht und die Wirkungsweise des Medikaments in Echtzeit zeigt.

Warum das wichtig ist: Malariaerreger können gegen Medikamente resistent werden, was die Behandlung erschwert. Die neu entwickelten Artemisinin-Cumarin-Hybride haben jedoch nicht nur eine selbstständige Fluoreszenz, sondern wurden auch dafür entworfen, spezifische Medikamentenresistenzen zu überwinden.

Hintergrund: Artemisinin, gewonnen aus dem Einjährigen Beifuß, ist ein effektiver Bestandteil von Malaria-Medikamenten. Cumarin, ein sekundärer Pflanzenstoff, wurde aufgrund seiner Anti-Malaria-Eigenschaften und der Fähigkeit zur leichten chemischen Modifikation ausgewählt.

Malaria ist weltweit ein großes Problem und neue, wirksame Medikamente sind entscheidend. Durch die Kombination von Artemisinin und Cumarin entstand ein Wirkstoff, der nicht nur gut gegen resistente Malariaerreger wirkt, sondern auch mittels Bildgebung in lebenden Zellen beobachtet werden kann.

Die Forschenden sind optimistisch, dass dieser Durchbruch nicht nur die Basis für weitere Fortschritte in der Malariaforschung legt, sondern auch einen Schritt in Richtung Überwindung von Medikamentenresistenzen darstellt. Die vielversprechenden Ergebnisse wurden im Fachjournal „Chemical Science“ veröffentlicht.

Videotipp: Wie man sich vor Tropenkrankheiten schützt

Infektionen mit Tropenkrankheiten haben trotz der Reisebeschränkungen und Quarantäne-Maßnahmen während der Coronapandemie zugenommen. Infektionen mit dem Malaria-, Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Erreger sind teilweise deutlich angestiegen. Sollten Sie in asiatische, afrikanische oder süd- und mittelamerikanische Länder reisen wollen, sollten Sie sich besonders mit dem Thema Tropenkrankheiten auseinandersetzen. In diesem Video erläutert Auslandsexpertin Anne die Symptome von Tropenkrankheiten sowie die Behandlungsmöglichkeiten und Sie erfahren, für welche Tropenkrankheiten es bereits Impfschutz gibt.

GESUNDHEIT Anne Diseases

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Dezember 2023 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

Das Journal erscheint monatlich kostenlos mit vielen informativen Beiträgen zu Auslandsthemen.

Herausgegeben wird es vom BDAE, dem Experten für die Absicherung im Ausland.