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Gesundheit

Warum Stress krank machen kann

© olly, AdobeStock

Stress beeinflusst Menschen unterschiedlich: Während einige dadurch zu Höchstleistungen angespornt werden, geraten andere enorm unter Druck. Doch wenn Stress chronisch wird, verschwinden die positiven Effekte und das Risiko für Erkrankungen steigt. Im Rahmen der Europäischen Mental Health Week informiert die Stiftung Gesundheitswissen über die Auswirkungen von Stress auf Körper und Psyche.

Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers, die uns in Gefahrensituationen alarmiert und schnell reagieren lässt. Der Körper mobilisiert Energie, um damit umzugehen. Allerdings tritt Stress im Alltag nicht nur in bedrohlichen Situationen auf. Reizüberflutung, Zeitdruck, belastende Lebensereignisse wie Trennungen oder körperliche Auslöser wie Krankheiten können typische Stressfaktoren sein. Dennoch empfindet nicht jeder Mensch Stress auf die gleiche Weise. Während manche bereits unter Druck geraten, wenn eine Frist gesetzt wird, arbeiten andere erst unter Zeitdruck besonders produktiv.

Wann Stress zu Krankheiten führt

Es gibt zwei Arten von Stress: akuten und chronischen Stress. Akuter Stress tritt kurzzeitig auf und ist zeitlich begrenzt, zum Beispiel um den Bus noch rechtzeitig zu erreichen. Wenn der Stress jedoch anhält, ist der Körper ständig in Alarmbereitschaft und findet es schwer, sich zu beruhigen. Dieser langanhaltende Stress wird als chronischer Stress bezeichnet. Eine kurze Stressreaktion hat in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Bei chronischem Stress steigt jedoch das Risiko für verschiedene Krankheiten.

Wie Stress unsere Gesundheit beeinflusst

Obwohl es schwierig ist, einen direkten Zusammenhang zwischen Stress und bestimmten Krankheiten nachzuweisen, gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass Stress einen indirekten Einfluss auf die Gesundheit hat: Durch die anhaltende Belastung hat der Körper keine Zeit zur Erholung, was krankheitsfördernde Prozesse beschleunigen kann.

GESUNDHEIT stress 1

Die vom Stresshormon bereitgestellte Energie in Form von Zucker und Fett wird nicht verbraucht, wodurch überschüssige Energie die Blutgefäße verstopfen und zu ihrer Verengung beitragen kann. Stress kann zudem das Immunsystem hemmen, wodurch der Körper schlechter in der Lage ist, Krankheitserreger zu bekämpfen. Oft entwickeln Menschen aufgrund von Stress ungesunde Verhaltensweisen wie Alkoholkonsum, Rauchen oder den Konsum ungesunder Lebensmittel. Diese Krankheiten werden unter anderem mit Stress in Verbindung gebracht: 

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder das Reizdarm-Syndrom,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit, 
  • psychische Erkrankungen wie Suchterkrankungen, Depressionen und Angststörungen, Schmerzen wie Rücken- oder Kopfschmerzen und Verspannungen, 
  • Stoffwechsel-Erkrankungen wie erhöhtes Cholesterin oder Diabetes Typ 2,
  • Beschwerden der Sinnesorgane wie erhöhter Augeninnendruck, Hörsturz oder Ohrgeräusche.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen von Stress und Möglichkeiten zur Stressbewältigung finden Sie auf dem Gesundheitsportal in der Rubrik „Stress“.

Gibt es auch positiven Stress?

Ob Stress als positiv oder negativ empfunden wird, hängt von der Intensität des Stresses ab und davon, ob ausreichend Bewältigungsstrategien zur Verfügung stehen. Anforderungen, die wir gut bewältigen können, empfinden wir in der Regel als positiven Stress. Herausforderungen, mit denen wir Schwierigkeiten haben, empfinden wir eher als belastend. Dies kann zu negativem Stress führen.

Was passiert im Körper bei Stress?

In akuten Gefahrensituationen sendet das Gehirn über das Nervensystem Signale an die Nebennieren, die daraufhin vermehrt Adrenalin ausschütten. Dadurch beschleunigt sich unter anderem der Herzschlag, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel steigen, Energie aus dem Fettgewebe wird freigesetzt und die Aufmerksamkeit erhöht sich. Diese Effekte liefern Energie. Kurz darauf setzt die Nebenniere das Hormon Kortisol frei, das ebenfalls Energie freisetzt und uns unter anderem bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Ist die stressige Situation vorbei, verringert der Körper die Ausschüttung von Stresshormonen und die Körpervorgänge normalisieren sich.

Schlaflos durch Stress?

Ausreichenden und erholsamen Schlaf bekommen fällt insbesondere Personen schwer, die unter Stress leiden. Wie die Infografik mit Daten der Statista Consumer Insights zeigt, haben rund 43 Prozent der Befragten in Deutschland angegeben innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor der Umfrage unter Schlafstörungen gelitten zu haben. Darunter fallen beispielsweise Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen sowie Schlaflosigkeit. Schwed*innen gehören mit 49 Prozent zu den schlechtesten Schläfer*innen der Umfrage, während Indien größtenteils gut nächtigt – nur 26 Prozent der Befragten litten unter Schlafstörungen.

GESUNDHEIT schlaffprobleme

Etwa 7,5 Stunden Schlaf pro Nacht empfehlen Forschende, um sich ausreichend erholt zu fühlen. Gut die Hälfte der Deutschen schafft dies auch, wie eine weitere Statista-Grafik zeigt. Der Anteil der Menschen, die nur weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen ist jedoch mit rund 44 Prozent ähnlich hoch – nur die Wenigsten schlafen länger als 8 Stunden.

Ärzte warnen davor, Schlafprobleme auf die leichte Schulter zu nehmen. Schlafmangel kann auf Dauer zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Dazu zählen etwa Leistungsabfall und Konzentrationsprobleme, ein höheres Herzinfarkt- und Diabetes-Risiko sowie Stress, Kopfschmerzen oder die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit.

Zur Optimierung ihrer Nachtruhe greifen etwa zwölf Prozent der von Statista in Deutschland befragten Personen auf sogenannte Schlaftracker zurück. Apps, die die Qualität und Länge des Schlafes anhand von Bewegungen und Geräuschen messen und die Nutzerinnen und Nutzer dann beispielsweise zu den für sie optimalen Zeiten wecken.

Weitere Infos: stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/stress/hintergrund

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Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe Juli 2023 des Journals "Leben und Arbeiten im Ausland".

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Herausgegeben wird es vom BDAE, dem Experten für die Absicherung im Ausland.